November 11, 2019 / 2:12 PM / 24 days ago

UBS - Fintechs könnten Margen bei Investmentbanken drücken

FILE PHOTO: A UBS advertisement is displayed on top of a commercial building in Hong Kong, China May 2, 2017. REUTERS/Bobby Yip/File Photo

Zürich (Reuters) - Fintechs dürften Investmentbanken künftig nach Einschätzung der UBS verstärkt Konkurrenz machen.

“Es wird immer einen Teil des Marktes geben, der sein Geschäft über neue Fintechs betreibt - und ich denke, dass wir dadurch Druck auf die Margen sehen werden”, sagte UBS-Investmentbank-Managerin Beatriz Martin. “Aber ich denke nicht, dass sie uns komplett ablösen”, sagte sie. Denn dafür sei das Geschäft der eingesessenen Häuser zu komplex und zu stark reguliert. Die Managerin ist bei der Schweizer Großbank für das operative Geschäft in der Investmentbank zuständig. Zuvor war sie Stabschefin des früheren UBS-Investmentbank-Chefs Andrea Orcel.

In anderen Bereichen machen neue Wettbewerber den Banken bereits verstärkt Konkurrenz: Dazu zählen etwa Firmen wie Revolut beim bargeldlosen Bezahlen oder sogenannte Robo-Advisor mit computergesteuerten Anlageprogrammen in der Vermögensverwaltung. Ihre oftmals günstigeren Angebote haben auch die Preise bei Banken bröckeln lassen.

Bei Investmentbanken reicht das Geschäftsfeld vom Handel mit diversen Finanzprodukten über die Finanzierung von Transaktionen bis hin zur Beratung bei Übernahmen und Börsengängen. “Ich denke, dass sie in die Wertschöpfungskette einsteigen könnten und ein Partner bei der Lösung spezieller Probleme sein könnten”, sagte die Managerin. Neben der Komplexität sei es auch die starke Regulierung, die Banken vor neuen Wettbewerbern schützt. Es gebe viele Finanzmarktteilnehmer, die lieber mit regulierten Gegenparteien Geschäfte machen - auch weil das den Kunden Sicherheit biete.

Dass das komplexe Geschäft der Investmentbanken nicht leicht ersetzt werden kann, habe sich jüngst bereits gezeigt. Mit der Einführung neuer Anlegerschutzrichtlinien (MiFID II) wurden vielen Nutzern erstmals die Preise für Anlageempfehlungen der Investmentbanken für Wertpapiere - sogenanntes Research - offengelegt. Bis dahin waren sie oft im Paket “mitverkauft” worden. Daraufhin hätten viele in der Branche erwartet, dass niemand bereit sei, für diese Dienstleistung zu bezahlen oder kleinere Banken eigene Research-Abteilungen aufbauen könnten. “Aber es hat sich herausgestellt, dass das nicht so war. Research anzubieten klingt wie eine ganz einfache Sache, aber es ist ziemlich kompliziert und hoch reguliert”, sagte Martin.

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