May 10, 2019 / 10:54 AM / in 2 months

Aktivisten auf dem Vormarsch - "Das ist erst der Anfang"

FILE PHOTO: The logo of Swiss bank UBS is seen in Zurich, Switzerland October 25, 2018. REUTERS/Arnd Wiegmann/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Zürich (Reuters) - Europäische Unternehmen müssen sich nach Einschätzung eines Investmentbankers auf zunehmende Vorstöße von aktivistischen Investoren gefasst machen.

“Wir erwarten, dass Aktivismus weiter zunehmen wird - die Investitionsvolumen der Fonds in europäische Firmen sind am Wachsen”, sagt UBS-Experte Philipp Beck zur Nachrichtenagentur Reuters. “Das ist erst der Anfang.” Er gehe davon aus, dass sich US-Aktivisten in Europa weiter breit machen werden, viele von ihnen seien bereits aktiv. Zu den bekanntesten aktivistischen Fonds gehören Elliott, Icahn, Third Point und ValueAct aus den USA sowie Cevian aus Schweden.

Aktivistische Investoren steigen häufig mit kleineren Anteilen bei börsennotierten Firmen ein und versuchen, mit Änderungen im Geschäft oder dem Management den Aktienkurs in die Höhe zu treiben. “Die Vorbereitung von Unternehmen gegen einen möglichen Aktivisten ist eine unserer gefragtesten Dienstleistungen”, erklärte Beck, der die Übernahme- und Fusions-Beratung der Großbank im deutschsprachigen Raum leitet. Die UBS hat unter anderem den Logistikkonzern Panalpina und das Chemieunternehmen Clariant beraten, die beide von Aktivisten bedrängt wurden.

Während sich aktivistische Investoren in der Vergangenheit primär auf US-Unternehmen konzentrierten, haben die Kampagnen in Europa in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. 2018 nahmen Aktivisten auf dem Kontinent insgesamt 56 Unternehmen neu ins Visier, der höchste Stand seit der Finanzkrise, wie aus Daten von Refinitiv hervorgeht.

Neben der Schweiz sei Großbritannien einer der besten europäischen Märkte für Aktivismus, weil der Kapitalmarkt hier sehr offen sei, sagte Beck. So sind aktivistische Fonds etwa am Elektrotechnikkonzern ABB oder dem Lebensmittelriesen Nestle beteiligt, dem mit einem Börsenwert von rund 300 Milliarden Franken größten Unternehmen Europas. Auch Firmen aus Deutschland, das angesichts der Arbeitnehmervertretungen als schwieriges Pflaster für solche Kampagnen gilt, sind zum Ziel geworden. Beim Industriekonglomerat ThyssenKrupp, der mit der Krupp-Stiftung als größtem Aktionär besonders gut geschützt schien, waren gleich mehrere Aktivisten engagiert. “Wenn sogar Konzerne mit Stiftungen im Aktionariat angegriffen werden, zeigt dies, dass sich wohl keine Firma sicher fühlen kann”, sagte Beck.

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