July 31, 2018 / 2:14 PM / 5 months ago

Privatbankkunden scheuen wegen Unsicherheiten Investments auf Pump

A general view shows the headquarters of Swiss bank Credit Suisse (R) at the Paradeplatz square in Zurich July 25, 2013. Credit Suisse's investment bank drove a one-third jump in second-quarter group earnings, while higher interest rates should help future profits at its private bank, the lender said. In the center stands an office building of Switzerland's biggest bank UBS. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: BUSINESS CITYSPACE)

Zürich (Reuters) - Die reichen Privatkunden der Schweizer Vermögensverwalter lassen angesichts der unsicheren weltpolitischen Lage und der langen Börsenhausse lieber die Finger von riskanten Anlagen auf Pump.

Vor allem in Asien hätten Kunden ihre kreditfinanzierten Investments zurückgefahren, erklärten die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse bei der Veröffentlichung ihrer Halbjahreszahlen. “Die Kunden fangen viel mehr an, sich für einen Abwärtstrend abzusichern”, sagte Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam am Dienstag.

In der vergangenen Woche hatte bereits die UBS über einen leichten Schuldenabbau ihrer Kunden in Asien berichtet. “Unsere Kunden werden unsicherer, was die Zukunft anbelangt wegen geopolitischer Probleme und Sorgen vor einem Handelskrieg”, hatte UBS-Finanzchef Kirt Gardner erklärt. “Daher sind sie weniger geneigt, sich bei ihren Investments zu verschulden, weil sie weniger Gewissheit haben, dass sie Erträge erzielen können.”

Diese sogenannten Lombard-Kredite sind Darlehen, die die Banken mitunter an reiche Privatkunden vergeben. Den Kredit reinvestieren die Kunden dann oft wieder am Markt - in der Hoffnung, so über günstige Kreditzinsen und höhere Anlagegewinne zusätzliche Erträge zu erzielen. Dieses Modell war besonders angesichts der weltweit niedrigen Zinsen gefragt.

Als Sicherheit für das Darlehen dienen Wertpapiere im Anlageportfolio der Kunden. Wenn sie jedoch deutlich an Wert verlieren - etwa im Zuge von Marktschwankungen - muss der Kunde Geld nachschießen. Daher gilt diese besonders in Asien beliebte Kreditform als riskant. Für Vermögensverwalter war sie in den vergangenen Jahren jedoch ein höchst willkommenes Geschäft: Denn wenn die Kunden das Geld reinvestierten, kurbelten sie damit auch das Wachstum jener Gelder an, die die Banken bei den Kunden neu einsammelten.

Auch beim drittgrößten Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär haben einige Kunden ihre Verschuldungsraten verringert. Die Privatbank führte das vor allem auf die steigenden US-Dollar-Zinsen zurück. Mit den dadurch steigenden kurzfristigen Kreditkosten bei gleichbleibenden Erträgen habe sich der Lombardkredit für einige Investoren nicht mehr gelohnt. Weitere Abflüsse erwartet Bankchef Bernhard Hodler nicht. “Wir denken, dass das mehr oder weniger erledigt ist”, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz.

Die Großbanken ließen offen, wie lange die Zurückhaltung ihrer Kunden bei diesen riskanten Investments dauern könnte. “Aber ich bin überzeugt, dass das mittelfristig über drei, vier oder fünf Jahre kein signifikantes Phänomen sein wird”, gab sich Thiam zuversichtlich - auch weil das Wirtschaftswachstum in Asien weiterhin stark sei. Die UBS bestätigte ihr Ziel, die Nettoneugelder bis 2020 im Umfang von zwei bis vier Prozent des Bestandes zu steigern.

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