September 6, 2019 / 8:55 AM / 12 days ago

Simbabwes Ex-Präsident Mugabe gestorben

Youths stand besides a mural depicting Zimbabwe's former President Robert Mugabe after hearing the news of his death, in Mbare in the capital Harare, Zimbabwe, September 6, 2019. REUTERS/Philimon Bulawayo

- von Nqobile Dludla und MacDonald Dzirutwe

Johannesburg (Reuters) - Robert Mugabe ist tot. Der frühere Präsident von Simbabwe starb am Freitag im Alter von 95 Jahren in Singapur, wo er sich wegen einer medizinischen Behandlung aufgehalten hatte.

“In größter Trauer teile ich mit, dass Simbabwes Gründungsvater und früherer Präsident, Genosse Robert Mugabe, von uns gegangen ist”, schrieb Präsident Emmerson Mnangagwa auf Twitter. Mugabe war fast 40 Jahre lang an der Macht - seit der Unabhängigkeit des damaligen Rhodesiens von Großbritannien 1980. Er wandelte sich vom Freiheitshelden, der nach einem Jahrhundert der Kolonialherrschaft für Aussöhnung zwischen Schwarzen und Weißen sorgte, hin zu einem machtbesessenen Autokraten. Im November 2017 wurde er durch einen Armeeputsch zum Rücktritt gezwungen.

Obwohl Mugabe in späteren Jahren höchst umstritten war, zollten ihm Politiker Respekt. “Mugabe war eine Ikone der Befreiung”, schrieb Präsident Mnangagwa. Die südafrikanische Regierung würdigte Mugabe als “furchtlosen pan-afrikanischen Freiheitskämpfer”. Der simbabwische Oppositionspolitiker David Coltart twitterte, Mugabes Vermächtnis sei seine Rolle bei der Beendigung der Herrschaft der weißen Minderheit.

VOM BEFREIER ZUM UNTERDRÜCKER

In den 60er Jahren setzte sich Mugabe, der an der südafrikanischen Universität Fort Hare studiert hatte, für die Unabhängigkeit ein. 1964 wurde er für zehn Jahre ins Gefängnis gesteckt. Danach ging er nach Mosambique, wo die Guerillakämpfer der Zimbabwe African National Union (ZANU) ihn zum Anführer im Kampf gegen die weiße Minderheit wählten. Nach sieben Jahren des Guerillakrieges wurde Simbabwe 1980 unabhängig, die Partei ZANU-PF gewann die erste freie Wahl, Mugabe wurde Ministerpräsident.

Zwei Jahre später schlug er einen Aufstand von Anhängern seines Rivalen im Befreiungskampf, Joshua Nkomo, nieder. 20.000 Zivilisten sollen ums Leben gekommen sein, was Mugabe bestritt. In den ersten Jahren regierte er ein boomendes Land. Er ließ Straßen bauen, investierte in das Bildungssystem für Schwarze und bekämpfte die Rassendiskriminierung aus der Kolonialzeit.

1987 wurde Mugabe Staatspräsident, nachdem durch eine Verfassungsänderung die Exekutivmacht auf dieses Amt übertragen worden war. 1990 gewannen Mugabe und die ZANU-PF Präsidenten- und Parlamentswahl. Eine schwere Wirtschaftskrise 1998 setzte ihn unter Druck. Kritiker warfen ihm vor, das Land zu ruinieren und Todesschwadronen gegen seine politischen Gegner einzusetzen. Im Jahr 2000 besetzten Tausende Kriegsveteranen die Gehöfte weißer Landwirte mit der Begründung, sie hätten das Land gestohlen. Mugabes unterstützte die Besetzer. Westliche Staaten verhängten daraufhin Sanktionen.

In den folgenden Jahren verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage dramatisch. Millionen Menschen flohen vor allem ins Nachbarland Südafrika. Mugabe wurde in von Betrug gekennzeichneten Abstimmungen mehrmals wiedergewählt. 2016 regte sich massiver Protest - auch weil er seine Frau Grace als Nachfolgerin installieren wollte. Als Mugabe 2017 unter dem enormen Druck sein Amt aufgab, jubelte die Bevölkerung.

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