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Druck auf Mugabe wächst - Regierungspartei fordert Rücktritt
November 17, 2017 / 6:21 AM / a month ago

Druck auf Mugabe wächst - Regierungspartei fordert Rücktritt

Harare (Reuters) - Nach der Machtübernahme des Militärs in Simbabwe wächst der Druck auf Präsident Robert Mugabe, sein Amt niederzulegen.

Zimbabwe President Robert Mugabe attends a university graduation ceremony in Harare, Zimbabwe, November 17, 2017. REUTERS/Philimon Bulawayo

Die Regierungspartei ZANU-PF kam am Freitag zusammen, um eine Resolution zur Entlassung des 93-Jährigen am Wochenende zu verfassen und die Grundlage für ein Amtsenthebungsverfahren in der kommenden Woche zu legen. Auch die USA sprachen sich für einen Wechsel in dem afrikanischen Land aus. “Worauf wir wirklich hoffen, ist dass dies für Simbabwe ein Übergang in eine neue Ära ist”, sagte der für Afrika zuständige Unterstaatssekretär Donald Yamamoto der Nachrichtenagentur Reuters. Mugabe selbst trat Mugabe erstmals seit Einschreiten des Militärs in der Öffentlichkeit auf.

“Es gibt kein Zurück”, sagte ein führender ZANU-PF-Vertreter zu Reuters. “Wenn er stur bleibt, werden wir es so einrichten, dass er Sonntag gefeuert wird. Wenn das getan ist, kommt es am Dienstag zum Amtsenthebungsverfahren.” Auch der Chef des einflussreichen Veteranenverbandes, Chris Mutsvangwa, stellte sich hinter das Vorgehen der Armee und erklärte, Mugabe dürfe nicht im Amt bleiben.

Mugabe weigert sich abzutreten. Die Streitkräfte erklärten, derzeit würden Gespräche mit ihm geführt. Es seien bereits “bedeutende Fortschritte” beim Vorgehen gegen die “Kriminellen rund um Mugabe” erzielt worden. Die Öffentlichkeit werde so schnell wie möglich über den Stand der Dinge informiert, erklärte das Militär über das von ihm besetzte Staatsfernsehen. Für Verwunderung in der Bevölkerung sorgten indes Fotos in der amtlichen Zeitung “The Herald” vom Donnerstagabend, die einen grinsenden Mugabe zeigten, der Militärchef Constantino Chiwenga die Hand schüttelte.

MUGABE NICKT BEI UNIVERSITÄTSFEIER OFFENBAR EIN

Das Militär hatte am Mittwoch nach eigenen Angaben die Macht übernommen. Damit will es verhindern, dass Mugabe als Nachfolgerin seine 52-jährige Ehefrau Grace an der Staatsspitze installiert. Ihr Aufstieg und der ihr nachgesagte ausschweifende Lebensstil werden auch von vielen Anhängern des Staatschefs abgelehnt. Mugabe selbst ist bereits seit 37 Jahren im Amt.

Am Freitag eröffnete Mugabe eine Abschlussfeier in einer Universität in der Hauptstadt Harare. Während der Zeremonie schien er auf seinem Stuhl eingenickt zu sein. Seine Augen waren geschlossen, während er ruhig atmete.

Die USA haben Mugabe immer wieder Menschenrechtsverstöße und Wahlbetrug vorgeworfen. Wenn Simbabwe einen wirtschaftlichen und politischen Reformprozess einleite, würden die USA die Aufhebung ihrer Sanktionen erwägen, stellte Yamamoto in Aussicht.

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