July 31, 2018 / 8:58 AM / in 4 months

Favoriten geben sich nach Präsidentenwahl in Simbabwe siegessicher

Zimbabwe's President Emmerson Mnangagwa casts his ballot as he votes in the general election at Sherwood Park Primary School in Kwekwe, Zimbabwe July 30, 2018. REUTERS/Philimon Bulawayo

Harare (Reuters) - Am Tag nach der Präsidentenwahl in Simbabwe haben sich beide Favoriten siegesgewiss gezeigt.

Was er von seinen Vertretern vor Ort höre sei “extrem positiv”, sagte Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa am Dienstag. Sein Herausforderer Nelson Chamisa sprach davon, seine Partei habe sich “außerordentlich gut” geschlagen. Die Wahlkommission will das Ergebnis binnen fünf Tagen veröffentlichen. Allerdings könnte es auch schon früher bekanntwerden. Mehrere Bürgerrechtsgruppen zählen parallel zur Wahlkommission aus, dürfen aber ihre Ergebnisse nicht vor der Kommission veröffentlichen. Aus einer der Gruppen verlautete, es sehe nach dem erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 8. September zu einer Stichwahl.

Laut an Wahllokalen ausgehängten Ergebnissen lag Chamisa in der Hauptstadt Harare deutlich vorn. Mnangawas Hochburgen liegen jedoch eher auf dem Land. Dort war Abgeordneten zufolge in einigen Wahlkreisen die Auszählung auch am Dienstag noch nicht abgeschlossen. Ein friedlicher und fairer Verlauf der Wahl gilt als Voraussetzung für das Ende von Sanktionen und für Investitionen in dem rohstoffreichen Land. Beobachterkreisen zufolge verlief die Abstimmung ohne größere Regelwidrigkeiten. Allerdings habe es auf dem Land Einschüchterungen von Wählern durch die Regierungspartei gegeben. Zudem wurde eine einseitige Berichterstattung durch die staatlichen Medien bemängelt. Unter dem langjährigen Machthaber Robert Mugabe kam es bei Wahlen oftmals zu Betrug und Gewalt.

Ein Sieg Chamisas dürfte vom Militär nicht gut aufgenommen werden. Die Streitkräfte hatten im November Mugabe entmachtet. Einige der damals beteiligten Generäle sitzen nun in der Regierung. Mnangagwa und dessen Partei Zanu-PF haben jedoch erklärt, das Ergebnis anerkennen zu wollen. Mugabe stand seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Großbritannien 1980 an der Spitze des Staates. Ihm wurden Korruption und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Mnangagwa versuchte zuletzt, Investoren ins Land zu holen, um die am Boden liegende Wirtschaft anzukurbeln.

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