February 26, 2018 / 11:41 AM / 7 months ago

Investigativer Springer-Journalist in Slowakei getötet

Prag/Berlin (Reuters) - In der Slowakei sind ein Enthüllungsjournalist des Axel-Springer-Verlags und seine Lebensgefährtin getötet worden.

FILE PHOTO: The logo of German publisher Axel Springer is pictured in front of the company's headquarters in Berlin July 25, 2013. REUTERS/Fabrizio Bensch/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD SEARCH GLOBAL BUSINESS 6 MAR FOR ALL IMAGES

“Auch wenn die Hintergründe noch nicht vollständig aufgeklärt sind, liegt der Verdacht nahe, dass das Verbrechen im Zusammenhang mit einer laufenden Recherche unseres Kollegen steht”, teilte Springer am Montag mit. Auch der slowakische Polizeichef Tibor Gaspar sagte auf einer Pressekonferenz, nach den vorliegenden Informationen sei ein Zusammenhang mit den Recherchen des Journalisten am wahrscheinlichsten. Die EU-Kommission forderte die slowakische Justiz zur Aufklärung des Falles auf.

Der Slowake Jan Kuciak war seit 2015 Redakteur des Newsportals Aktuality.sk., das zu Ringier Axel Springer Slovakia gehört. Der 27-Jährige wurde am Wochenende in seinem Wohnhaus rund 65 Kilometer östlich der Hauptstadt erschossen. Präsident Andrej Kiska erklärte, die Täter müssten so schnell wie möglich gefunden und die Sicherheit aller Journalisten müsse mit allen Mitteln gewährleistet werden. Ministerpräsident Robert Fico berief eine Krisensitzung mit dem Innenminister ein, an der auch der Generalstaatsanwalt sowie Polizeichef Gaspar und der Chef des Geheimdienstes teilnahmen. “Sollte sich herausstellen, dass der Tod des investigativen Reporters etwas mit seiner journalistischen Arbeit zu tun hat, wäre dies ein beispielloser Angriff auf die Meinungsfreiheit und Demokratie in der Slowakei”, hieß es in einer Erklärung des Regierungschefs.

In seiner jüngsten Geschichte für Aktuality.sk vom 09. Februar berichtete Kuciak über den Verdacht des Steuerbetrugs in Verbindung mit einem Komplex von Luxuswohnungen in Bratislava. Wegen des Falles hatte es 2017 Proteste und Rücktrittsforderungen gegen Innenminister Robert Kalinak wegen dessen Geschäftsverbindungen zu dem Projektentwickler gegeben, gegen den wegen Steuerbetrugs ermittelt wurde. Beide haben jedwedes Fehlverhalten bestritten.

Er sei geschockt über den Mord, twitterte der stellvertretende Chef der EU-Kommission, Frans Timmermans. “Keine Demokratie kann ohne freie Presse überleben.” Die Organisation Reporter Ohne Grenzen forderte eine rasche Aufklärung, wie es zu der Tat kommen konnte, obwohl Kuciak schon vor Monaten bedroht worden sei. Nach Angaben der Interessenvertretung von Journalisten hatte Kuciak wegen der Drohungen Anzeige bei der Polizei erstattet.

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