October 30, 2014 / 11:10 AM / 5 years ago

Spanische Wirtschaft wächst fünftes Quartal in Folge

A trader walks past stock index boards at Madrid's bourse October 27, 2014. The index of top European shares dipped 0.5 pct, reversing early gains, after the Ifo business climate index slipped to its lowest level in nearly two years pointing to a bumpy fourth quarter for Europe's largest economy. REUTERS/Juan Medina (SPAIN - Tags: BUSINESS)

Madrid (Reuters) - Die spanische Wirtschaft erholt sich nach Jahren des Niedergangs.

Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Juli bis September um 0,5 Prozent zum Vorquartal, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag in Madrid mitteilte. Das war bereits das fünfte Quartal in Folge mit positiven Vorzeichen, was vor allem einer stärkeren Nachfrage im Inland als auch steigenden Exporten zu verdanken ist. Ökonomen hatten mit einem Plus in dieser Höhe gerechnet, nachdem es im Frühjahr mit 0,6 Prozent sogar das kräftigste Wachstum seit mehr als sechs Jahren gegeben hatte.

“Im Vergleich zu anderen Euro-Ländern steht Spanien ganz gut da”, sagte Ökonom Silvio Peruzzo von der Investmentbank Nomura. Für Deutschland etwa erwarten die Forscher des Berliner DIW-Instituts für das abgelaufene Quartal lediglich ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent.

Die Regierung in Madrid rechnet nun in diesem Jahr mit einem Plus von 1,3 Prozent, nachdem das Bruttoinlandsprodukt zuvor zwei Jahre in Folge geschrumpft war. 2015 sollen es sogar 2,0 Prozent sein. Spanien sei das “Comeback Kid” der Euro-Zone, sagte Ökonom Martin van Vliet von der Großbank ING.

Allerdings ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Darauf deutet beispielsweise die sinkende Kreditvergabe von Instituten wie der Caixabank, Bankia und BBVA hin. Zudem ist die Arbeitslosenquote mit aktuell 23,7 Prozent noch immer die zweithöchste in der Euro-Zone nach Griechenland. Sie dürfte noch viele Jahre über der 20-Prozent-Marke verharren, befürchten Experten.

Auch fielen die Verbraucherpreise im Oktober mit 0,1 Prozent zum Vorjahresmonat bereits zum vierten Mal in Folge. Das nährt die Sorge vor einer konjunkturschädlichen Deflation. “Es ist noch zu früh, um von einem selbsttragenden Aufschwung zu sprechen”, warnte Ökonom van Vliet. Bei einem Preisverfall auf breiter Front kaufen viele Verbraucher weniger, weil sie erwarten, dass Produkte bald noch günstiger zu haben sind. Auch Unternehmen schieben dann Investitionen auf die lange Bank.

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