September 23, 2019 / 1:23 PM / a month ago

Polizei nimmt katalanische Separatisten wegen Anschlagsverdacht fest

People hold a giant "Estelada" (Catalan separatist flag) at a rally during Catalonia's national day 'La Diada' in Barcelona, Spain, September 11, 2019. REUTERS/Albert Gea TPX IMAGES OF THE DAY

Madrid/Barcelona (Reuters) - Die spanische Polizei hat neun katalanische Separatisten festgenommen, denen sie die Vorbereitung von Anschlägen vorwirft.

Die Verdächtigen seien mit den Plänen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Die von ihnen geplanten Aktionen hätten “irreparable Schäden” verursachen können. Den Festgenommenen werde “Rebellion, Terrorismus und Besitz von Sprengstoffen” vorgeworfen.

Die in Katalonien starke Separatistenbewegung hat ihre Ziele bislang meist mit friedlichen Mitteln verfolgt. Anders als im spanischen Baskenland, wo die ETA jahrelang Anschläge gegen Repräsentanten der Madrider Zentralregierung verübte, gibt es in Katalonien noch keine Gruppierung, die sich zum bewaffneten Kampf bekennt. Die katalanischen Separatisten haben Spanien in die bislang schwerste Krise nach dem Ende der Ära des Machthabers Francisco Franco gestürzt. 2017 erklärte die Regionalregierung in Barcelona die Unabhängigkeit von Spanien, daraufhin wurden die Regierungsgeschäfte kommissarisch von Madrid übernommen. Einige Separatistenführer sind in Haft, ihnen wird der Prozess gemacht.

Nach Polizeiangaben handelt es sich bei den nun erfolgten Festnahmen um lokale Gruppen der militanten Organisation “Komitee zur Verteidigung der Republik”. Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte den Fernsehsender RTVE, Details der Ermittlungen seien geheim. Nach Polizeiangaben gab es zehn Razzien in der Provinz Barcelona. Unterlagen und Computer seien beschlagnahmt worden. Zudem sei reichlich Material gefunden worden, mit dem Sprengstoff hergestellt werden könnte.

Die mögliche Radikalisierung einiger Separatisten trifft Spanien in einem schwierigen Moment. Nach der Parlamentswahl im April gelang dem Wahlsieger und amtierenden Ministerpräsidenten Pedro Sanchez keine Regierungsbildung. Deswegen kommt es am 10. November zu vorgezogenen Neuwahlen.

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