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Weltnachrichten

Innenminister - Nach Anschlag in Wien hat sich Einzeltäter-Theorie bestätigt

Austria's Interior Minister Karl Nehammer speaks during a news conference at the Interior Ministry after exchanges of gunfire in Vienna, Austria November 3, 2020. REUTERS/Lisi Niesner

Wien (Reuters) - Nach dem Anschlag in Wien mit mehreren Toten und Verletzten hat sich laut österreichischen Innenministerium bestätigt, dass es keine weiteren Täter gibt.

Nach Auswertung von Handy-Videos rund um den Anschlag habe sich diese Theorie bestätigt, sagte Innenminister Karl Nehammer am Mittwoch vor Journalisten. Von den rund 20.000 eingegangen Videos sei bereits der Großteil ausgewertet.

Bei dem Anschlag am Montagabend starben vier Personen, der Täter wurde von der Polizei erschossen. 23 Personen wurden zum Teil schwer verletzt, darunter auch ein Polizist. Bei dem Angreifer handelt es sich um einen 20-Jährigen, der sowohl die österreichische als auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft hatte. Nach Angaben des Innenministeriums war er Sympathisant der radikalislamischen Miliz Islamischer Staat (IS), die den Anschlag für sich reklamiert hat. [nL8N2HP6N6] Er war den Behörden bekannt und war nach einer einschlägigen Haftstrafe vorzeitig entlassen worden. Der Mann nahm zwar danach an einem De-Radikalisierungsprogramm teil, habe es aber geschafft, die Justiz zu täuschen.

Im Umfeld des Täters gab es 18 Hausdurchsuchungen und 14 Festnahmen. Laut Nehammer wird wegen des Verdachts auf Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Die beiden in der Schweiz festgenommenen Männer haben den Attentäter Behördenangaben zufolge gekannt. “Die Behörden untersuchen in enger Abstimmung die Art ihrer Beziehung”, erklärte ein Sprecher des Justizministeriums. Gegen beide wurden laut Bundesanwaltschaft bereits 2018 und 2019 Strafverfahren eröffnet.

Medien berichteten zudem, der mutmaßliche Täter habe im Sommer versucht, in der Slowakei Munition zu kaufen. Laut der “Süddeutschen Zeitung” und anderen scheiterte der Kauf an einem fehlenden Waffenschein. Innenminister Nehammer bestätigte, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) vom slowakischen Geheimdienst über den versuchten Kauf im Sommer informiert worden war. Bei den weiteren Schritte sei aber etwas “in der Kommunikation schief gelaufen”. Eine unabhängige Kommission soll nun den Vorgang untersuchen. Die Justiz sei nicht über den Vorfall informiert worden, sagte die Leiterin der Sektion Einzelstrafsachen im Justizministerium, Barbara Göth-Flemmich, im ORF. Auch die Staatsanwaltschaft Wien habe erst in der Nacht des Anschlags davon erfahren.

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