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Cerberus-Beteiligung Bawag will in Deutschland weiter zukaufen
November 16, 2017 / 9:55 AM / a month ago

Cerberus-Beteiligung Bawag will in Deutschland weiter zukaufen

Wien (Reuters) - Die mehrheitlich im Besitz der US-Finanzinvestoren Cerberus und GoldenTree stehende Wiener Bank Bawag will ihre Einkaufstour in Deutschland fortsetzen.

The logo of of U.S.-owned Austrian bank BAWAG PSK is pictured next to traffic lights at a branch office in Vienna, Austria, February 29, 2016. Picture taken February 29, 2016. REUTERS/Heinz-Peter Bader

Nach der Übernahme der Stuttgarter Südwestbank würden weitere Zukaufsmöglichkeiten geprüft, kündigte die viertgrößte Bank Österreichs am Donnerstag an. “Wir verfolgen mehrere Optionen”, sagte Bankchef Anas Abuzaakouk in einem Telefoninterview der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Wiener haben dabei Institute mit einer Bilanzsumme zwischen 500 Millionen und zehn Milliarden Euro im Blick. Konkreter wolle das Geldhaus nicht werden. Der Bawag-Chef sprach von einer “robusten Pipeline” an Projekten in Deutschland und Österreich. “Wir sind sehr optimistisch für den deutschen Markt.” In den Präsentationsunterlagen heißt es, das Institut sei überzeugt, dass es in Österreich und ganz Europa zu einer mehr oder weniger raschen Konsolidierung der Bankenlandschaft kommen werde. Das Interesse der Amerikaner am deutschen Bankenmarkt zeigte sich zuletzt in dieser Woche, als sich Cerberus einen Anteil von drei Prozent an der Deutschen Bank sicherte.

Die Bawag will unter anderem mit ihrer Direktbanktochter easybank expandieren. In Deutschland will sie im vierten Quartal mit der Marke “Qlick” an den Start gehen. In Österreich zählt die easybank nach eigenen Angaben rund 420.000 Kunden. Den Kaufabschluss der Regionalbank Südwestbank mit rund 100.000 Kunden erwartet die Bawag im vierten Quartal.

Mit der Geschäftsentwicklung im dritten Quartal gibt sich der Bankchef zufrieden. Der Gewinn vor Steuern legte um 7,9 Prozent auf 131,8 Millionen Euro zu. “Wir konnten im dritten Quartal den höchsten jemals in einem Quartal erzielten Vorsteuergewinn ausweisen”, sagte Abuzaakouk. Das Gewinnplus begründete er mit einem organischen Wachstum, gestiegenen Konsumentenkrediten und den getätigten Zukäufen. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 4,4 Prozent auf 100,5 Millionen Euro.

Der Ausblick wurde bekräftigt. Den Vorsteuergewinn will man auf mehr als 500 Millionen Euro steigern und an die Aktionäre sollen 50 Prozent des Nettogewinns ausgeschüttet werden. Die Bank, die auf eine Bilanzsumme von rund 40 Milliarden Euro kommt und mehr als 2,2 Millionen Kunden zählt, gehört zu den am besten kapitalisierten Banken Europas. Die harte Kernkapitalquote stieg gegenüber Ende 2016 um 260 Basispunkte auf zuletzt 16,2 Prozent.

Die Bawag-Aktien notieren seit Mitte Oktober an der Wiener Börse. Mit rund 1,9 Milliarden Euro war es der bislang größte Börsengang in der Alpenrepublik. Der Erlös floss vollständig den Alteigentümern zu. Allerdings legten die Papiere, die zu 48 Euro ausgegeben wurden, zu ihrem Debüt einen Fehlstart hin. Inzwischen notieren sie bei 43,2 Euro. Marktteilnehmer begründeten den Rückgang mit den gedämpften Erwartungen über die künftige Ertragsentwicklung.

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