for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Unternehmensnachrichten

Erste-Group-Chef - Die Krise ist hart, aber sie geht vorbei

FILE PHOTO: The logo of Erste Group Bank is seen outside of one of its branch offices in Vienna, Austria, September 27, 2016. REUTERS/Leonhard Foeger/File Photo

Wien (Reuters) - Österreichs größtes Geldhaus Erste Group zeigt sich trotz der Corona-bedingten hohen Gewinneinbußen im laufenden Jahr zuversichtlich für die Zukunft.

“Diese Krise ist hart, sie belastet uns, aber sie geht vorbei”, sagte Bankchef Bernhard Spalt am Montag. Für Winterschlaf sei keine Zeit, die Bank müsse sich für die Zeit nach der Krise vorbereiten.

Für 2021 rechnet das in vielen Ländern Osteuropas tätige Institut wieder mit einer leichten Erholung in ihrer Kernregion. “Ja, wir werden kurzfristig leiden, ja es wird einen Aufschwung geben und ja, wir werden diesen Aufschwung mitnehmen”, so Spalt. An die Regierungen appellierte er, Anreize für die Unternehmen zu schaffen, um ihre Kapitalausstattung zu verbessern. Auch die Wirtschaft brauche einen “Impfstoff”, sagte Spalt. Mehr Eigenkapital für die Firmen würde einen “Turbo” für die Erholung darstellen.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Wiener Bank wegen hoher Vorsorgen für faule Kredite einen deutlichen Rückgang des Nettogewinns. “Die Risikokosten spiegeln natürlich die Dimension der Wirtschaftskrise wider”, sagte Finanzchef Stefan Dörfler. Im dritten Quartal brach der Gewinn um rund 30 Prozent auf 343,3 Millionen Euro ein. Er lag aber laut Erste Group über den Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit rund 302 Millionen Euro gerechnet hatten. 2019 stand unter dem Strich ein Gewinn von 1,47 Milliarden Euro.

An der Wiener Börse legte die Aktien 2,7 Prozent zu.

2021 GERINGERE VORSORGEN FÜR FAULE KREDITE ERWARTET

Bisher habe die Erste Group, die zu den größten Kreditgebern in Osteuropa zählt, in ihrer gesamten Region keinen Anstieg von Insolvenzen oder überfälligen Krediten festgestellt, betonte Bankchef Spalt. Zurückzuführen sei dies auf die staatlichen Hilfsprogramme, die in vielen Länder angesichts des zweiten Lockdowns fortgesetzt würden. Um sich für mögliche Kreditausfälle zu rüsten, habe das Geldhaus bereits Vorsorge gebildet. “Wir haben uns sehr warm angezogen für den Corona-Winter”, sagte Finanzchef Dörfler. Im dritten Quartal legte die Bank 195 Millionen Euro zur Seite, nachdem es im Vorquartal noch 614 Millionen Euro gewesen waren. “Das heißt, wir haben viel vorweggenommen”, fügte Spalt an. Für 2021 rechnet er mit einem moderaten Rückgang der Risikokosten. Zuletzt sei der Anteil der notleidenden Kredite (NPL-Quote) mit 2,4 Prozent noch auf einem historisch niedrigen Niveau gelegen. Spalt geht im kommenden Jahr von einem höheren Wert aus, “aber wir werden definitiv unter vier Prozent bleiben”.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up