January 10, 2018 / 1:08 PM / 4 months ago

Österreichs Fußballverband wegen Fifa-Zahlung im Visier der Behörden

Wien (Reuters) - Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit einem Zahlungsfluss zwischen dem Fußball-Weltverband Fifa und dem österreichischen Fußballverband ÖFB Ermittlungen aufgenommen.

The logo of FIFA is seen in front of its headquarters in Zurich, Switzerland September 26, 2017. REUTERS/Arnd Wiegmann

“Wir ermitteln wegen des Vorwurfs, dass Verantwortliche des ÖFB von Verantwortlichen der Fifa 100.000 Dollar im Zusammenhang mit der Wahl des Fifa-Präsidenten gefordert hätten”, sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Das Geld sollte nach Angaben der Staatsanwaltschaft an eine afrikanische Fußballakademie zur Förderung von Fußballtalenten fließen. Zeitlich reiche der Vorwurf ins Jahr 2014 zurück, hieß es. Von ÖFB und Fifa war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.

Zuvor hatten die österreichischen Internetseiten addendum.org und 90minuten.at berichtet, dass ÖFB-Präsident Leo Windtner ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten sei. Dabei gehe es um eine Spende von 100.000 Dollar des ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter kurz vor dessen Wiederwahl 2015. Den Berichten zufolge sei das Geld auf ein Konto einer Sozialinitiative in Oberösterreich geflossen, dessen Schirmherrin Windtners Ehefrau sei.

Windtner, der seit 2009 ÖFB-Präsident ist, bestätigte in einem Interview mit dem Österreichischen Rundfunk (ORF) den Zahlungsfluss in Höhe von 100.000 Dollar, wies aber alle Vorwürfe zurück. In einem Schlussbericht der Fifa sei das Projekt “in jeder Hinsicht gelobt und als richtungsweisend für die soziale Funktion des Fussballs” bezeichnet worden, sagte Windtner.

Der langjährige Fifa-Präsident Blatter musste 2015 im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen den Fußballverband seinen Posten räumen. Die Ethikkommission des Verbands verhängte gegen Blatter eine Sperre von sechs Jahren. Insgesamt wurden mehr als 40 Personen und Körperschaften in Zusammenhang mit Schmiergeldzahlungen und Provisionen von insgesamt über 200 Millionen Dollar angeklagt.

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