October 13, 2014 / 1:06 PM / 5 years ago

Australischer Fonds will bei Flughafen Wien einsteigen

A plane takes off from the Vienna airport August 19, 2014. Vienna Airport's core earnings rose five percent in the first half as passenger traffic rose 2.9 percent and retail revenues rose one percent, it said on Tuesday. REUTERS/Heinz-Peter Bader (AUSTRIA - Tags: TRANSPORT BUSINESS)

Wien (Reuters) - Ein australischer Pensionsfonds will knapp 30 Prozent am Wiener Flughafen übernehmen.

Dafür greift die Investmentgesellschaft IFM mit Sitz in Melbourne tief in die Tasche: Sie bietet 80 Euro je Flughafen-Aktie und lässt sich die Offerte für den Heimatflughafen der Lufthansa-Tochter Austrian rund eine halbe Milliarde Euro kosten. An der Börse hoben die Papiere des größten österreichischen Luftfahrt-Drehkreuzes nach der überraschenden Bekanntgabe am Montag ab: Die Aktie legte rund 19 Prozent auf 73,50 Euro zu. Das ist der höchste Stand seit 2008. “Darauf war der Markt absolut nicht vorbereitet. Das kam aus heiterem Himmel”, sagte Erste-Group-Analyst Günther Artner.

IFM legt Gelder von Pensionsgesellschaften auf der ganzen Welt an. Über ihren Fonds IFM Global Infrastructure ist die Firma bereits an Flug- und Seehäfen sowie Strom- und Gasnetzbetreibern beteiligt - etwa am ehemaligen deutschen Vattenfall-Stromnetz sowie am Betreiber der Flughäfen in Manchester und London-Stansted. Der Fonds sehe sich als langfristiger Investor, sagte IFM-Manager Werner Kerschl. “Unser Interesse am Flughafen Wien ist darauf gebaut, dass wir ein sehr gut geführtes und attraktives Unternehmen sehen an einem sehr starken Standort”, sagte er. Ziel von IFM sei, mit den Beteiligungen Wertsteigerungen zu erzielen. “Wir sind keine Heuschrecke. Unsere Investoren weltweit sind langfristig denkende Pensionskassen”, sagte Kerschl. Das Angebot will IFM nach Genehmigung der Unterlagen durch die Übernahmekommission veröffentlichen.

FONDS WILL MINDESTENS EIN FÜNFTEL

Mit der Offerte will IFM mindestens 20 und maximal 29,9 Prozent der Anteile einsammeln. Sie richtet sich vor allem an den Streubesitz von 50 Prozent. Dazu zählen Investoren wie der britische Fonds Silchester, der rund zehn Prozent der Aktien hält. Die Beteiligungen der Stadt Wien und des Landes Niederösterreichs (je 20 Prozent) und der Mitarbeiterstiftung (10 Prozent) sollten unverändert bleiben, sagte Kerschl. Pläne für eine Beteiligung von mehr als 30 Prozent an dem Konzern habe IFM nicht.

Der Flughafen selbst hielt sich am Montag mit Kommentaren zu den Plänen von IFM zurück. Das Unternehmen begrüße grundsätzlich das Interesse an der Aktie und das dem Unternehmen entgegengebrachte Vertrauen, erklärte ein Sprecher. Eine konkretere Stellungnahme werde es erst nach Veröffentlichung der Offerte geben.

Am Wiener Flughafen starten und landen pro Jahr rund 22 Millionen Fluggäste. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen ein Passagierplus von bis zu drei Prozent - vor allem aufgrund vieler neuer Flüge nach Westeuropa. Wichtigster Kunde ist die Lufthansa-Tochter Austrian. Sie hatte sich erst vergangene Woche auf Grundzüge für einen neuen Tarifvertrag mit Piloten und Flugbegleitern geeinigt, der das Überleben der Fluggesellschaft sichern soll. “Das Ergebnis hat uns gefreut”, sagte Kerschl. Ob IFM auch ohne eine solche Grundsatzeinigung in den Flughafen investiert hätte, ließ er offen.

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