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Unternehmensnachrichten

Immofinanz und S Immo offen für neue Fusionsgespräche

The logo of Austrian real estate group Immofinanz is pictured on top of the company's headquarters building in Vienna August 13, 2010. REUTERS/Heinz-Peter Bader/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD PACKAGE Ð SEARCH ÒBUSINESS WEEK AHEAD SEPTEMBER 19Ó FOR ALL IMAGES

Wien (Reuters) - Die durch gegenseitige Beteiligungen verbundenen Wiener Immobilienfirmen Immofinanz und S Immo können sich einen neuen Anlauf für Fusionsgespräche vorstellen.

Das aktuelle Corona-Umfeld beschränke allerdings den Handlungsspielraum derzeit, teilten die Unternehmen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters mit.

“Eine Wiederaufnahme von Gesprächen für einen Zusammenschluss der beiden Gesellschaften schließen wir generell nicht aus und stehen auch dieser Möglichkeit offen gegenüber”, hieß es von Immofinanz. Der Konzern ist mit gut 29 Prozent am kleineren Rivalen S Immo beteiligt. Laut S-Immo-Chef Ernst Vejdovszky würden die “bestehenden, gegenseitigen Beteiligungen und die Aktionärsstrukturen Optionen bieten, die klarerweise im Interesse aller Aktionäre zu bewerten sind”. Angesichts der Coronakrise gebe es aber zwangsläufig andere Notwendigkeiten auf der Agenda, die zu priorisieren wären, sagte der Manager. S Immo hält wiederum knapp zwölf Prozent an Immofinanz.

Laut der Tageszeitung “Kurier” hätten die Pläne für eine Verschmelzung auf der ursprünglich für 24. April angesetzten Hauptversammlung abgesegnet werden sollen. Doch die Versammlung wurde Corona-bedingt auf unbestimmte Zeit verschoben.

Eine Fusion der beiden Immobilienkonzerne steht schon länger im Raum. Im Herbst wurden die Pläne aber aufgegeben, da man sich nicht über das Aktien-Umtauschverhältnis einigen konnten. Neuen Nährstoff für Gerüchte lieferte der österreichische Investor Ronny Pecik, der im Februar mit einem Geschäftspartner 10,7 Prozent an der Immofinanz erwarb. An der S Immo hält Pecik gut 14 Prozent. Weiter angeheizt wurden die Spekulationen, als im März bekannt wurde, dass Immofinanz-Chef Oliver Schumy vorzeitig das Handtuch wirft.

Der Investor Petrus Advisers, der an beiden Unternehmen mit jeweils unter fünf Prozent beteiligt ist, sieht darin ein klares Signal: “Die vor kurzem publizierten Veränderungen im Vorstand der Immofinanz deuten auf eine Beschleunigung einer Kombination der beiden Firmen im Wege einer Verschmelzung hin”. Eine Fusion wird von ihm angesichts erwarteter Synergien von bis zu 28 Millionen Euro befürwortet. “Aktionäre beider Unternehmen könnten zirka 20 Prozent profitieren, wenn die Transaktion erfolgreich durchgeführt wird”, hieß es von Petrus. Immofinanz-Papiere gaben im letzten Monat mehr als 30 Prozent nach und notierten zuletzt mit 15,3 Euro. S-Immo-Papiere rutschten auf zuletzt 17,1 Euro ab.

Petrus Advisers bezeichnet sich selbst als langfristig orientierten Anleger und agiert in der Regel im Hintergrund. In Österreich ist Petrus-Chef Klaus Umek als aktivistischer Investor bekannt, der bei einigen seiner Beteiligungen, wie etwa Flughafen Wien oder Wienerberger, öffentlich Druck machte, um Aktienkurse anzukurbeln. In Deutschland trat der Hedgefonds zuletzt bei der Commerzbank ins Licht der Öffentlichkeit. Er hatte sich monatelang gegen die Komplettübernahme der Online-Tochter Comdirect gesträubt und am Ende mehr für sein Aktienpaket erhalten als andere Investoren. Beteiligt ist Petrus auch am Immobilienfinanzierer Aareal Bank; Insidern zufolge hält er dort zwischen zwei und drei Prozent.

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