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Inlandsnachrichten

Corona-Hotspot Ischgl - Österreichs Justiz ermittelt gegen vier Personen

A sign marks the end of the village in Ischgl, Austria, July 23, 2020. Hundreds of Austrians were infected and thousands of foreign tourists say they were too as the coronavirus found a breeding ground in crowded apres-ski bars in the ski resort of Ischgl in February and early March. Picture taken July 23, 2020. REUTERS/Lisi Niesner

Wien (Reuters) - Nach dem massiven Ausbruch des Coronavirus im Tiroler Skiort Ischgl im vergangenen Winter haben nun die österreichischen Behörden Ermittlungen gegen vier Personen aufgenommen.

Das gab die Staatsanwaltschaft Innsbruck am Mittwoch bekannt. Um wen es sich dabei handelt, wurde nicht mitgeteilt. In Ischgl, das als Partyhochburg unter den Skigebieten bekannt ist, hatten sich Tausende Urlauber infiziert und das Virus dann auf der ganzen Welt verbreitet. Kritiker werfen Behörden und verantwortlichen Politikern vor, zu spät und nicht angemessen reagiert zu haben.

Die Prüfung der über 10.000 Seiten Beweismaterial hätten nunmehr dazu geführt, dass die Umsetzung einiger Verordnungen näher untersucht wird, teilte die Behörde mit. Dazu zählen insbesondere Verkehrsbeschränkungen in Ischgl und die Quarantäne im umliegenden Paznauntal im vergangenen Winter. Hier gibt es Unklarheiten darüber, wann die Verordnungen in Kraft getreten sind und wie sie umgesetzt wurden.

Der Ausbruch in Ischgl hat schon zu ersten Schadenersatzklagen gegen die Republik Österreich geführt. Ein privater Verbraucherschutzverein, der im Namen von vier Personen Klagen eingereicht hat, wirft den Verantwortlichen vor, zu spät und fehlerhaft reagiert zu haben. Einer der Vorwürfe lautet, dass der Skibetrieb zu lange aufrecht erhalten wurde. Zudem wird dem österreichischen Kanzler Sebastian Kurz vorgeworfen, durch die abrupte Verhängung der Quarantäne am 13. März eine chaotische Abreise von ausländischen Gästen ausgelöst zu haben und damit zur Verbreitung des Virus beigetragen zu haben.

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