March 11, 2020 / 4:42 PM / in 22 days

Ölkonzern OMV stärkt mit Milliardendeal Petrochemie-Geschäft

FILE PHOTO: The logo of Austrian oil and gas group OMV is seen at a gas station in Vienna, Austria, October 30, 2018. Picture taken October 30, 2018. REUTERS/Heinz-Peter Bader/File Photo

Wien (Reuters) - Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV stärkt mit einem Milliardendeal seine Position im Bereich Petrochemie.

Mit dem Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi habe man sich auf den Erwerb eines zusätzlichen Anteils von 39 Prozent an dem Chemiekonzern Borealis geeinigt, teilte die OMV am Mittwoch mit. Der Zukauf kostet das Wiener Unternehmen 4,68 Milliarden Dollar, umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. Bisher hielt Mubadala die Mehrheit an dem auf Kunststoffe und Düngemittel spezialisierten Chemiekonzern. Der OMV-Aufsichtsrat habe dem Kauf am Mittwoch abgesegnet, teilte das Unternehmen mit.

Er ist eine der größten Akquisitionen eines österreichischen Unternehmens überhaupt. OMV baut damit sein Petrochemie-Geschäft im Nahen Osten aus. Borealis, deren Firmensitz Wien ist, sieht sich als zweitgrößter Hersteller von Polyolefinen in Europa. Das Unternehmen mit 6600 Mitarbeitern verfolgt ehrgeizige Wachstumspläne mit dem Kunstoffproduzenten Borouge, einem Joint Venture mit der Abu Dhabi National Oil Co (Adnoc) in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die Ruwais-Raffinerie, 240 Kilometer westlich von Abu Dhabi, zählt zu den weltgrößten integrierten Polyolefin-Komplexen und steht vor einem Ausbau. Finale Investitionsentscheidungen stehen aber noch aus. Borealis hofft, vom starken Marktwachstum in Asien, insbesondere in China, zu profitieren. Die OMV hatte vor einem Jahr für 2,5 Milliarden Euro 15 Prozent am Raffinierie-Geschäft von Adnoc erworben.

Die OMV ließ offen, wie sie den Kauf finanzieren will. Alle seit Jahresbeginn ausgeschütteten Dividenden für den erworbenen Anteil stünden der OMV zu, hieß es nur. Die Tageszeitung “Der Standard” berichtete, im Gegenzug könne der Ölkonzern einige Geschäftsbereiche abgestoßen werden könnten. Zur Disposition stünden Teile des Explorations- und Produktionsgeschäfts, das unter dem Rückgang der Öl- und Gaspreise leidet, sowie die Gaspipeline-Tochter Gas Connect. Schon in den vergangenen Jahren hatte sich die OMV von Geschäftsteilen getrennt, um Zukäufe zu stemmen.

Luft verschaffen dürfte der OMV, dass sich ein seit vielen Jahren geplantes Geschäft mit dem russischen Gazprom verzögert. Eigentlich hätte die OMV bis Ende 2019 einen knapp 25-prozentigen Anteil an einem Teil des sibirischen Gasfeldes Achimov erwerben sollen. Nun sollen die Verhandlungen bis Juni 2022 auf nicht “exklusiver Basis” verlängert werden, wie die OMV am Freitag mitgeteilt hatte. Auch der vereinbarte Kaufpreis von gut 900 Millionen Euro steht wieder zur Disposition.

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