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Unternehmensnachrichten

Ölpreisrückgang und schwache Nachfrage setzen Ölfirma OMV zu

The Austrian oil and gas group OMV logo is pictured next to traffic lights at a gas station in Vienna February 5, 2014. OMV's production in Libya has recovered sufficiently to support its full-year output target if it continues at current levels, its chief executive Gerhard Roiss said. REUTERS/Heinz-Peter Bader (AUSTRIA - Tags: ENERGY BUSINESS LOGO)

Wien (Reuters) - Die Auswirkungen der Corona-Krise und der Rückgang der Preise für Öl und Gas haben dem Wiener OMV-Konzern im dritten Quartal einen Gewinneinbruch eingebrockt.

Vor allem das Upstream-Geschäft, die Suche und Förderung von Öl- und Gas, leidet unter den niedrigen Preisen und der sinkenden Nachfrage und schrieb rote Zahlen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS Ebit) des Konzerns sank im dritten Quartal um 67 Prozent auf 317 Millionen Euro. Unter dem Strich brach der Gewinn (CCS Überschuss) sogar um 83 Prozent auf 80 Millionen Euro ein. Analysten hatten allerdings mit noch höheren operativen Einbußen gerechnet.

Im dritten Quartal hatte die OMV ihre Annahmen für den Brent-Ölpreis nach unten geschraubt. Dies führte zu Wertminderungen von 594 Millionen Euro, die einen negativen Effekt auf das Nettoergebnis hatten, erklärte der Konzern. Der Erdöl-Preisverfall hatte mit der Ausbreitung der Pandemie im März begonnen und setzte sich weiter fort. Aktuell kostet die Nordsee-Sorte Brent rund 39 Dollar je Barrel. Die Österreicher stellen sich für das laufende Jahr auf einen durchschnittlichen Preis von 40 Dollar je Barrel ein, nach 64 Dollar im Vorjahr.

Im Upstream-Bereich fiel ein operativer Verlust vor Sondereffekten von 24 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 449 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Produktion von Öl und Gas sank im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 20.000 Barrel auf 444.000 Barrel pro Tag, was im Wesentlichen auf den Förderstillstand in Libyen zurückzuführen war. In dem nordafrikanischen Land standen aufgrund des Bürgerkriegs über Monate die Produktionsstätten still. Zuletzt gab es Anzeichen für eine baldige Normalisierung der Förderung, da sich die Bürgerkriegsparteien auf eine dauerhafte Waffenruhe im Land verständigt hatten. Die Produktionskosten stiegen vor allem wegen der geringeren Fördermengen um 18 Prozent auf 7,5 Dollar je Barrel. Für das Gesamtjahr passte der Konzern bereits die Prognose an. Die Förderung wird mit 450.000 bis 470.000 Barrel pro Tag erwartet, nach 487.000 Barrel im vergangenen Jahr.

Aber auch der Downstream-Bereich, wo Rohöl zu Produkten weiterverarbeitet wird, erlitt Einbußen. Der operative Gewinn vor Sondereffekten schrumpfte um 32 Prozent auf 335 Millionen Euro. Die Auswirkungen der Pandemie und die schwache Nachfrage ließen die Raffineriemarge um 84 Prozent auf 0,9 Dollar je Barrel einbrechen. Hier wirkten sich vor allem Überkapazitäten im Markt und hohe Lagerbestände aus. Die Gesamtverkaufsmengen an Raffinerieprodukten sanken um 16 Prozent auf 4,7 Millionen Tonnen. Die OMV bekommt hier vor allem die schwache Nachfrage nach Kerosin zu spüren. Für 2020 werde nun mit einer Marge von rund 2,5 Dollar je Barrel gerechnet. Zuvor wurden rund 3,0 Dollar je Barrel kalkuliert nach 4,4 Dollar im vergangenen Jahr.

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