June 24, 2019 / 1:23 PM / 5 months ago

Raiffeisenlandesbank - Basel-IV schränkt Handlungsspielraum ein

A Raiffeisenlandesbank (RLB) NOe-Wien branch office is pictured in Vienna April 13, 2015. Austrian regional lender RLB NOe-Wien swung to a 2014 loss of 273 million euros ($289 million) as troubles at the Raiffeisen group's emerging Europe arm hit home. REUTERS/Heinz-Peter Bader

Wien (Reuters) - Die Pläne für eine weitere Verschärfung der Kapitalregeln für Banken sorgen beim Spitzeninstitut der Oberösterreichischen Raffeisen Bankengruppe für Unverständnis.

“Es schränkt unseren Handlungsspielraum drastisch ein und auch volkswirtschaftlich halte ich es für nicht vernünftig, wenn man aus diesem Grund Finanzierungen bei Unternehmen zurückfahren muss”, sagte der Chef der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ), Heinrich Schaller, am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Sorge bereitet dem Bankchef vor allem die geplante höhere Hinterlegung mit Eigenkapital bei Unternehmensbeteiligungen. “Wir hoffen noch immer, dass dieser Punkt abgeschwächt wird”, sagte Schaller. Wie hoch die Kapitalerfordernis dadurch wäre, habe man sich natürlich durchgerechnet, beziffern wollte er es aber nicht. “In der Eigenkapitalquote würde es uns jedenfalls nicht Komma-Prozentpunkte, sondern Prozentpunkte kosten”.

Die unter dem Namen Basel IV bekannten Regeln sehen vor, dass Finanzinstitute für Beteiligungen an Firmen künftig einen höheren Risikopuffer zur Seite legen müssen. Konkret sehen die Pläne vor, dass Firmenbeteiligungen künftig mit 250 anstatt wie bisher mit 100 Prozent Eigenkapital unterlegt werden müssen. Die vom Baseler Ausschuss, einem globalen Gremium von Notenbanken und Bankenaufsichtsbehörden, erlassenen Vorschriften, sollen die Banken widerstandsfähiger gegen Krisen machen. Im Gegensatz zu anderen Ländern sind in Österreich direkte Firmenbeteiligungen von Banken weit verbreitet. Die RLB OÖ ist etwa mit knapp 15 Prozent der größte Einzelaktionär beim Linzer Stahlkonzern Voestalpine. Anteile hält das Institut auch am Aluminiumkonzern Amag oder am oberösterreichischen Energieversorger Energie AG.

Würde nun die Risikogewichtung mehr als verdoppelt, dann befürchten die Geldhäuser, dass dadurch ein Teil des für die Kreditvergabe vorgesehenen Eigenkapitals gebunden wird. Befürchtungen, dass die höheren Risikopuffer zu einem Verkauf der Beteiligungen führen könnte, wies Schaller zurück. “Wir werden alles mögliche unternehmen, um das nicht machen zu müssen. Wir wollen nicht verkaufen”. Eine Möglichkeit wären Kapitalumschichtungen.

Für den österreichischen Bankenmarkt generell erwartet der Bankchef eine Konsolidierung. Im Raiffeisen-Sektor sieht der Manager hingegen kaum Veränderungen. “Ich glaube, dass die Dreistufigkeit erhalten bleibt, da sich das System bis jetzt bewährt hat”. Die Bankengruppe ist dreistufig aufgebaut und besteht aus mehr als 400 selbständigen, genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken, acht Raiffeisenlandesbanken sowie dem Spitzeninstitut, der in Osteuropa aktiven Raiffeisen Bank International.

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