March 24, 2020 / 1:19 PM / 9 days ago

Österreichs Kanzler - Rückkehr zur Normalität nicht von heute auf morgen

Austrian Chancellor Sebastian Kurz addresses the media in Vienna, Austria March 13, 2020. REUTERS/Leonhard Foeger

Wien (Reuters) - Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz dämpft die Hoffnung auf eine baldige Aufhebung der Corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

“Es wird nicht das Leben von heute auf morgen wieder so sein wie es war. Wahrscheinlich werden wir nach Ostern in einer Phase sein, die dem heutigen Zustand mehr ähnelt als dem Normalzustand”, sagte der konservative Politiker am Dienstag. Ziel sei es aber, nach den Osterfeiertagen - also ab dem 14. April - die Maßnahmen schrittweise wieder zurückzunehmen.

Wie genau die Rückkehr zur Normalität ablaufen werde, daran werde derzeit noch gearbeitet, sagte Kurz. Dafür werde solides Zahlenmaterial benötigt, das die Wirksamkeit der Einschränkungen zeige. Klarheit darüber will die Regierung bis Freitag haben. Um möglichst valide Daten zu bekommen, soll die Zahl der Tests auf 15.000 pro Tag erhöht werden. Zudem sollen Schnelltests verwendet werden. Diese hätten zwar nicht dieselbe Qualität, es sei aber die einzige Möglichkeit, Hunderttausende zu testen, sagte Kurz. Gleichzeitig appellierte der Kanzler an die Bevölkerung, die Regeln zu den Ausgangsbeschränkungen einzuhalten. “Wir haben es in der Hand, alles zu tun, dass es keine Zustände wie in Italien oder Spanien gibt.” Diejenigen, die sich nicht daran halten, würden von der Polizei bestraft.

Insgesamt habe sich der Trend bei den Neuinfizierten zuletzt verbessert, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. “Wir sind aber noch nicht da, wo wir hinwollen”, betonte er. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in Österreich bisher 4796 Menschen positiv getestet. Beim Großteil der Infizierten zeige sich ein milder Krankheitsverlauf. Todesfälle gab es 25. Das am stärksten betroffene Bundesland ist Tirol, wo bereits über 1200 Fälle gezählt wurden. Vor allem in den bekannten Skiorten wie Ischgl und St. Anton infizierten sich Hunderte Touristen. Ganz Tirol steht nun unter Quarantäne. Die Hauptstadt Wien vermeldete bisher über 600 Fälle.

Österreich hat als Nachbarland zu dem besonders stark betroffenen Italien bereits am Montag vergangener Woche weitreichende Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens getroffen. Für die Wirtschaft wurde ein Hilfspaket von 38 Milliarden Euro geschnürt. Das entspricht knapp zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Österreichs konservativ-grüne Regierung will damit vor allem Firmenpleiten verhindern und eine drohende Massenarbeitslosigkeit abfedern.

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