March 12, 2014 / 9:08 AM / 5 years ago

STICHWORT-Fliegende Radarstationen der Nato spähen in Ukraine

(Reuters) - Die Nato schickt demonstrativ fliegende Radarstationen nach Polen und Rumänien, um im Krim-Konflikt mit Russland die Lage in der Ukraine zu beobachten.

Die Awacs-Flugzeuge mit ihren auffälligen, fladenförmigen Radargeräten über dem Heck sind normalerweise in Deutschland stationiert. Bundeswehr-Soldaten stellen etwa ein Drittel ihrer Besatzungen. Der Einsatz soll dem rumänischen Verteidigungsministerium zufolge noch am Dienstag beginnen. Die Ukraine selbst ist kein Nato-Mitglied. Es folgen einige Fakten zur Awacs-Flotte der Nato:

WAS IST DIE AUFGABE VON AWACS?

Die Abkürzung Awacs steht für “Airborne Warning and Control System”, also ein luftgestütztes Warn- und Kontrollsystem. Die Awacs-Flugzeuge funktionieren wie fliegende Kontrolltürme: Sie haben speziell ausgebildete militärische Fluglotsen an Bord, die auf ihren Radarbildern anfliegende feindliche Kampfjets schon in großer Entfernung erkennen und die eigene Truppe warnen können. Zugleich sind die Besatzungen imstande, mit ihrem deutlich besseren Luftlagebild einen Gegenangriff zu steuern, da das Radar der eigenen Kampfjets nicht so weit schauen kann.

Die Aufklärung etwa von Truppenbewegungen am Boden zählt dagegen nicht zu den Aufgaben des Nato-Verbandes. Experten werten die Entsendung der fliegenden Radarstationen daher eher als Signal der Solidarität an die osteuropäischen Bündnispartner, die sich seit jeher besonders von Russland bedroht fühlen, denn als echte militärische Drohgebärde.

WIE VIELE DEUTSCHE SIND TEIL DES AWACS-VERBANDES?

Der Awacs-Verband der Nato mit seinen 17 Flugzeugen ist im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen nahe der niederländischen Grenze stationiert. Die Bundeswehr stellt etwa 100 Piloten, militärische Fluglotsen und Techniker und damit ungefähr ein Drittel der Awacs-Besatzungen. Insgesamt arbeiten auf dem Stützpunkt nach Nato-Angaben rund 2900 Soldaten und Zivilisten aus 16 Ländern, darunter 440 Deutsche. Kommandeur des Nato-Verbandes ist abwechselnd ein deutscher und ein US-General. Die Einsatzbefehle kommen vom Nato-Oberbefehlshaber. Der Aufbau des Verbandes begann 1980, ab Ende 1988 war er voll einsatzfähig.

Großbritannien betreibt in Eigenregie weitere sieben Awacs-Flugzeuge im ostenglischen Waddington, die sich ebenfalls an dem Nato-Einsatz in Polen und Rumänien beteiligen sollen.

WAS IST SO BESONDERS AN EINEM AWACS-FLUGZEUG?

Bei den Awacs-Flugzeugen der Nato handelt es sich um umgebaute Maschinen des Typs Boeing 707, in deren Innern die Fluglotsen an ihren Bildschirmen arbeiten. Auf das Heck jeder Maschine ist eine gewaltige Radarstation von gut neun Metern Durchmesser montiert, die alle zehn Sekunden eine volle Umdrehung absolviert. Aus einer Flughöhe von mehr als 9000 Metern kann ein Awacs-Flugzeug niedrig fliegende Ziele nach Nato-Angaben noch in 400 Kilometern Entfernung ausmachen, Ziele in mittlerer Höhe sind sogar auf 520 Kilometern zu erkennen. Ein Awacs-Flugzeug kann den Luftraum über einem Gebiet von mehr als 300.000 Quadratkilometern überwachen. Damit reichen drei der unbewaffneten Spezialflugzeuge aus, um ganz Mitteleuropa abzudecken. Jede Awacs-Maschine kann mit ihren knapp 20 Soldaten Besatzung an Bord zehn Stunden im Einsatz bleiben und auch in der Luft betankt werden.

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