December 6, 2013 / 7:48 AM / 5 years ago

Orkan "Xaver" gewinnt an Kraft - Tote in Großbritannien

Berlin/Hamburg/London (Reuters) - Das Orkantief “Xaver” hat mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern die deutsche Küste erreicht und vielerorts den Verkehr auf Schiene und Flughäfen gestoppt.

In Schleswig-Holstein hielt die Bahn ab Donnerstagnachmittag die Fernzüge im Bahnhof, am Hamburger Flughafen wurden nahezu alle Flüge abgesagt. In der Nacht wurde eine deutliche Verschärfung des Orkans erwartet. Bis Freitag werde “Xaver” auch große Mengen Schnee, Starkregen und Hagel in weite Teile Deutschlands bringen, warnte der Deutsche Wetterdienst. Die Behörden befürchten im Hamburger Hafen eine schwere Sturmflut. In Großbritannien kamen zwei Menschen im Sturm ums Leben.

Die Bundesregierung aktivierte ihr Lagezentrum für den Katastrophenfall. Am Nachmittag strichen Lufthansa sowie Air Berlin Flüge von und nach Hamburg. Der Flughafen teilte mit, der Großteil aller Verbindungen sei gestrichen. Die Bahn stoppte nicht nur den Fernverkehr mit IC und ICE in Schleswig-Holstein, sondern sperrte auch die Trasse Hannover-Bremen. Zudem stellte sie Regionalverbindungen in Schleswig-Holstein ein: Fahrten auf die Insel Sylt wurden komplett aufgegeben, eine Reihe von Regionalzügen fiel aus oder die Geschwindigkeiten wurden reduziert, was zu Verspätungen führte. Die Bahn brachte zudem Dieselloks in die Region, um bei vereisten oder beschädigten Oberleitungen noch einsatzbereit zu sein.

“Xaver” sollte sich in der Nacht zum Freitag weiter nach Osten verlagern und sich am Morgen noch einmal verschärfen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet dann besonders an der Ostseeküste mit extremen Orkanböen.

SCHOTTLAND SCHWER GETROFFEN

Der Orkan war zuvor über die Nordsee und den Norden Großbritanniens hinweggerast: In Schottland starb ein LKW-Fahrer, als sein Fahrzeug wegen einer Windböe umkippte und mit anderen Autos kollidierte. In England wurde ein Mann von einem umstürzenden Baum erschlagen. Premierminister David Cameron berief den Krisenstab ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

In 80.000 Haushalten fiel der Strom aus. Sämtliche Zugverbindungen wurden nach Angaben des Betreibers ScotRail kurz nach 8.00 Uhr bis auf weiteres wegen Trümmerteilen auf einigen Gleisen gestrichen, nachdem Windgeschwindigkeiten von über 225 Stundenkilometern gemessen wurden. Der Zentralbahnhof in Glasgow wurde evakuiert, nachdem Teile eines Glasdachs eingestürzt waren. Die Behörden warnten an der gesamten Küste vor den schwersten Überschwemmungen seit 60 Jahren. Auch in Teilen Dänemarks und der Niederlande wurde der Zugverkehr eingestellt.

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