June 3, 2019 / 7:15 AM / 3 months ago

Gewalteskalation im Sudan - Opposition bricht Kontakt zu Militärrat ab

A member of Sudan's alliance of opposition and protest groups wears the national flag as he chants slogans outside Sudan's Central Bank during the second day of a strike, as tensions mounted with the country's military rulers over the transition to democracy, in Khartoum, Sudan May 29, 2019. REUTERS/Mohamed Nureldin Abdallah

Khartum (Reuters) - In der sudanesischen Hauptstadt Khartum haben Sicherheitskräfte am Montag ein Protestcamp der Opposition gestürmt und Berichten zufolge mindestens neun Menschen getötet.

Es waren die schwersten Zusammenstöße seit dem Sturz von Präsident Omar al-Baschir im April. Auf Bildern der Sender Al-Hadath und Al-Dschasira waren Menschen zu sehen, die vor Schüssen durch die Straßen flüchteten. Hektisch trugen sie Verletzte weg. Die größte Gruppe der Regierungsgegner sprach von einem Massaker und warf dem regierenden Militärrat vor, er versuche, das Protestcamp aufzulösen. Der Militärrat selbst erklärte, die Sicherheitskräfte seien lediglich gegen Kriminelle in der Nähe des Lagers vorgegangen. Die sudanesische Opposition setzte die Verhandlungen mit dem Militärrat als Reaktion auf die Gewalt aus.

Das Camp vor dem Verteidigungsministerium ist der Kristallationspunkt der Proteste gegen die Regierung. Seit Beginn der Demonstrationen im Dezember harren dort Tausende junge Männer und Frauen aus. Der Militärrat und die Demonstranten verhandeln derzeit darüber, wer das Land in der Übergangszeit nach dem Sturz Baschirs regieren soll. Der Militärrat beansprucht dieses Recht für sich, die Demonstranten dagegen verlangen, eine zivile Regierung müsse den Sudan in die Demokratie führen.

Das Bündnis der sudanesischen Opposition und Protestgruppen erklärte, es stelle als Konsequenz aus der Gewalt jeglichen Kontakt und die Verhandlungen mit dem Militärrat ein. Nach Angaben oppositioneller Ärzte wurden am Montag neun Menschen getötet.

Die Bundesregierung forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. “Diese Gewalt ist nicht zu rechtfertigen und muss sofort aufhören”, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. “Die gewaltsame Räumung des Protestgeländes gefährdet in erheblichem Maße den Prozess der Übergabe der Regierungsgewalt an eine zivil geführte Regierung.” Auch der britische Botschafter in Khartum verlangte ein Ende der Gewalt. Die US-Botschaft dort machte den Militärrat für die Taten verantwortlich.

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