April 20, 2018 / 8:25 AM / a month ago

Medien - Letzte Rebellen nahe Damaskus kapitulieren

Beirut (Reuters) - In der letzten Rebellenenklave in unmittelbarer Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus haben die Aufständischen nach Berichten staatlicher Medien am Freitag kapituliert.

Smoke rises from Yarmouk Palestinian camp in Damascus, Syria April 20, 2018. REUTERS/Ali Hashisho

Die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad hatten das Gebiet von Jarmuk und al-Hadschar al-Aswad zuvor unter Beschuss genommen, um ihrem Ultimatum zur Einstellung der Kämpfe Nachdruck zu verleihen. Wie die in Großbritannien ansässige oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden Stellungen der Aufständischen aus der Luft und mit Geschützen beschossen.

Das Gebiet wurde vor allem von Kämpfern der Extremistengruppen Islamischer Staat und Al-Nusra kontrolliert. Das rund acht Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernte Jarmuk war vor Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 das größte Palästinenserlager in Syrien. Die meisten Einwohner sind geflohen.

Syrien nahm nach dem Fall von Ost-Ghuta die restlichen Widerstandsnester der Rebellen ins Visier. Am Donnerstag begann der Abzug von Aufständischen aus Dumayr nordöstlich von Damaskus. Die Rebellen im nahe Dumayr gelegenen Ost-Kalamun erklärten sich ebenfalls zum Abzug bereit. Die UN weisen darauf hin, dass es durch den Abzug der Rebellen Tausende Menschen in Syrien in die nördlichen Gebiete des Landes gehen und sich die Lebensbedingungen für die Menschen dort weiter verschlechterten.

RUSSLAND PLANT LIEFERUNG MODERNER LUFTABWEHRRAKETEN

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten als Vergeltung für einen mutmaßlichen syrischen Chemiewaffen-Angriff auf ein Rebellengebiet vor einer Woche Ziele in dem Bürgerkriegsland bombardiert. Die Offensive der Armee wurde dadurch aber nicht gestoppt. Russland sieht nach dem Angriff des Westens zudem keinen Grund mehr, auf die Lieferung von neuen Abwehrraketen an Präsident Baschar al-Assad zu verzichten. Jede moralische Verpflichtung für einen Verzicht sei nun hinfällig, meldete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Außenminister Sergej Lawrow. Russland erwägt seit längerem die Lieferung von modernen S-300-Luftabwehrraketen an seinen Verbündeten.

GEGENSEITIGE VORWÜRFE NACH MUTMASSLICHEM C-WAFFEN-EINSATZ

Die Hintergründe des mutmaßlichen Chemiewaffen-Einsatzes im Duma sind nach wie vor im Dunkeln. Die Inspektoren der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) waren auch nach Tagen noch nicht am Tatort. Am Freitag sah ein Reuter-Reporter dort ein Fahrzeug mit UN-Zeichen, das von russischen Militärpolizisten begleitet wurde.

Die USA werfen Syrien und Russland vor, die Untersuchung zu behindern. Beide Länder versuchten, das vermutete Angriffziel “zu reinigen” und so belastende Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen verschwinden zu lassen, erklärte das Außenministerium in Washington. Außerdem bemühten sich Vertreter Russlands zusammen mit der Regierung in Damaskus, der OPCW den Zutritt zum Tatort zu verweigern und die Ankunft der Kontrolleure dort zu verzögern.

Die Bundesregierung appellierte an Russland, sich an die gegebenen Sicherheitsgarantien für die Inspektoren zu halten. “Mit jedem Tag, der vergeht, wird die Beweisführung erschwert”, erklärte das Auswärtige Amt.

Russland beschuldigt seinerseits die Rebellen, die Chemiewaffen-Inspektoren daran zu hindern, die Stadt Duma zu erreichen. Am Mittwoch hatten die OPCW-Inspektoren nach Schüssen auf UN-Mitarbeiter ihren Einsatz in Syrien verschoben.

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