April 23, 2018 / 11:52 AM / 3 months ago

Warnung vor Katastrophe in syrischer Rebellenprovinz

Berlin/Toronto (Reuters) - Vor der EU-Geberkonferenz für Syrien schlagen Hilfsorganisationen Alarm: Die Welthungerhilfe warnte am Montag, dass es in der von Rebellen gehaltenen Provinz Idlib “zu einer humanitären Katastrophe kommen könnte”.

Makeshift tents at a refugee camp in Atmeh village, in Syria's rebel-held Idlib province, are seen near the Turkish-Syrian border from from Hatay province, Turkey February 25, 2018. REUTERS/Umit Bektas

Bis zu 700.000 Menschen könnten dort von Kämpfen betroffen sein. “Ohne eine politische Lösung sitzen sie möglicherweise in der Falle”, sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. Idlib ist eines der letzten von Rebellen und Extremisten kontrollierten Gebiete Syriens. Dorthin wurden sowohl aus Aleppo als auch aus den jüngst von Regierungstruppen eroberten Enklaven wie Ost-Ghuta die Kämpfer mit ihren Familien gebracht. Die am Dienstag beginnende Geberkonferenz sei wichtig, um Geld für die Versorgung zu bekommen. “Aber sie ist auch ein Ausdruck der politischen Hilflosigkeit der internationalen Gemeinschaft”, sagte Dieckmann. Mit militärischen Mitteln lasse sich kein tragfähiger Frieden erzwingen.

WEITERE ANGRIFFE GEGEN IS-KÄMPFER BEI DAMASKUS

Die Außenminister der sieben führenden Industriestaaten (G7) wollen politische Lösungswege für den Syrien-Krieg unter Einbeziehung des Assad-Unterstützers Russlands ausloten. “Ob es einem gefällt oder nicht – ohne Russland wird man zahlreiche Konflikte nicht lösen können”, sagte Außenminister Heiko Maas bei dem Treffen in Toronto. “Wir sind uns einig, dass am Ende nur ein politischer Prozess Frieden bringen kann”, sagte er. Möglich könne dies nur durch einen Dialog mit Russland werden, dessen Unterstützung für Präsident Baschar al-Assad maßgeblich dazu beitrug, dass fast das gesamte syrische Staatsgebiet wieder unter Kontrolle der Regierungstruppen ist.

In einem von Kämpfern der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Gebiet nahe der Hauptstadt Damaskus hielten die Kämpfe an. Am Freitag hatten sowohl das syrische Fernsehen als auch Kriegsbeobachter berichtet, dass die IS-Miliz südlich von Damaskus zur Aufgabe bereit sei. Allerdings weigerten sich einige IS-Kämpfer aufzugeben, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Deshalb greife die Armee weiter an. Die Regierungstruppen zielten nur auf die vom IS gehaltenen Gebiete.

ÄRZTE OHNE GRENZEN FÜR FLÜCHTLINGSHILFE IN NACHBARSTAATEN

Für die syrischen Flüchtlinge in den Nachbarstaaten machten sich vor der Geberkonferenz die Ärzte ohne Grenzen stark. Die Organisation verwies darauf, dass in Jordanien die subventionierte Gesundheitshilfe im Februar aufgehoben worden sei. Die Flüchtlinge müssten nun 80 Prozent der sogenannten Ausländerrate zahlen. Dies sei bis zu fünfmal mehr als zuvor. Bereits jetzt gingen viele Flüchtlinge nicht zum Arzt, weil sie eine Behandlung nicht bezahlen könnten. Besonders hilfsbedürftig seien jene, die nicht in Lagern untergekommen seien.

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