May 27, 2012 / 9:18 AM / 7 years ago

UN: 32 Kinder starben bei Kämpfen im syrischen Hula

Beirut (Reuters) - Bei den heftigen Kämpfen am Freitag in Syrien sind nach Angaben der UN mindestens 32 Kinder und weitere 60 Erwachsene getötet worden.

Es ist der schwerste Zwischenfall seit dem Start des UN-Friedensplans vor sechs Wochen. Die syrische Opposition sprach von einem Massaker der syrischen Armee. Die Artillerie habe die Kleinstadt Hula unter Dauerbeschuss genommen, sagten Aktivisten am Samstag. Zudem hätten Soldaten “komplette Familien ausgelöscht”. Auf YouTube waren Filme von blutüberströmten Kindern zu sehen. Die Aufnahmen wurden den Angaben zufolge am Freitag in Hula nahe der Protesthochburg Homs aufgenommen. Das staatliche Fernsehen zeigte ebenfalls einen Beitrag, in denen gewaltsam getötete Menschen zu sehen waren. Dabei handele es sich um die Opfer eines Massakers terroristischer Banden, hieß es dazu.

Der Leiter der UN-Beobachter in Syrien, Generalmajor Robert Mood, erklärte am Samstag, Mitarbeiter der UN und zivile Beobachter hätten in Hula mehr als 32 getötete Kinder im Alter von unter zehn Jahren gezählt. Hinzu kämen mehr als 60 getötete Erwachsene. “Wer auch immer damit begonnen hat, wer auch immer darauf reagiert hat, und wer auch immer diesen erbärmlichen Act der Gewalt ausgeführt hat, sollte zur Verantwortung gezogen werden”, hieß es in einer Erklärung.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sprach von einem Massaker. Er kündigte ein Treffen der sogenannten “Freunde Syriens” in Paris an. Die Gruppe vereint westliche und arabische Länder, die Syriens Machthaber Baschar al Assad aus dem Amt entfernen wollen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich ebenfalls entsetzt. “Es ist schockierend und empörend, dass das syrische Regime seine brutale Gewalt gegen das eigene Volk nicht einstellt”, erklärte er.

Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte erklärte, die Einwohner von Hula verließen die Stadt fluchtartig, weil sie weitere Übergriffe befürchteten. Der oppositionelle Syrische Nationalrat rief den UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung auf.

In dem seit März 2011 dauernden Aufstand gegen die syrische Führung sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Assad macht vom Ausland gesteuerte Terroristen für den Aufstand und die Anschläge verantwortlich. UN-Chef Ban Ki Moon hatte jüngst erklärt, hinter den Angriffen könnten auch radikale Islamisten der Al-Kaida stecken.

In Syrien sind derzeit fast 300 unbewaffnete Beobachter im Einsatz, die die Einhaltung einer eigentlich seit April geltenden Waffenruhe kontrollieren sollen.

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