June 7, 2012 / 5:53 AM / 6 years ago

Syrische Opposition fordert Militäraktionen nach Massaker

Amman (Reuters) - Nach Berichten über ein weiteres Massaker an Zivilisten in Syrien hat der oppositionelle Nationalrat eine Verstärkung der Militärsaktionen gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad gefordert.

In einer eher seltenen Aufforderung zu direkten Kampfaktionen rief der Oppositionsrat am Donnerstag die Kämpfer der Freien Syrischen Armee auf, ihre Kampfaktionen zu verstärken, um den Druck von den belagerten und angegriffenen Zivilisten in den Provinzen Hama, Latakia und Homs zu nehmen.

Zuvor hatten die Aufständischen von einem neuen Massaker durch Einheiten der Regierung berichtet. In dem Dorf Masraat-al-Kabir hätten regierungstreue Milizen und Sicherheitskräfte mindestens 78 Menschen getötet, darunter Kinder. Einige der Opfer seien erstochen und mindestens zwölf Leichen verbrannt worden. Das Dorf liegt in der Provinz Hama. Vor weniger als zwei Wochen waren in dem Ort Hula mehr als 100 Menschen getötet worden, fast die Hälfte davon Kinder.

In der Nacht zum Donnerstag brachen Gefechte in Vororten der Hauptstadt Damaskus aus. Einwohner berichten von heftigem Gewehrfeuer. In einigen Gebieten seien Hubschrauber zu hören gewesen, berichteten oppositionelle Aktivisten.

Angaben aus Syrien können kaum von unabhängiger Seite überprüft werden, da der Zugang von Journalisten eingeschränkt ist. Der Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad hält seit 15 Monaten an. Dabei sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

Vor den Vereinten Nationen (UN) in New York wird der Sondergesandte Kofi Annan am Donnerstag über den Stand seiner Friedensbemühungen berichten. Annan informiert zunächst die Vertreter aller UN-Mitgliedsstaaten in einer Rede vor der Generalversammlung in New York. Anschließend steht der ehemalige UN-Generalsekretär im Weltsicherheitsrat Rede und Antwort.

Dabei dürfte es ihm vor allem darum gehen, die Differenzen zwischen dem Westen und den meisten arabischen Staaten einerseits und Russland, China und Iran andererseits zum Vorgehen im Syrien-Konflikt auszuräumen. Aus Diplomatenkreisen verlautete, Annan mache sich für einen politischen Übergang in Syrien stark. Dazu gehörten ein Rücktritt Assads und freie Wahlen. In der “Washington Post” kursierte die Idee, dass Russland Assad Asyl gewähren könnte. Ob dies ein Bestandteil des Annan-Planes ist, blieb jedoch unklar. Eine andere Option wäre ein Asyl für Assad im Iran, hieß es in dem Blatt.

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