September 30, 2012 / 12:32 PM / 7 years ago

Irak sucht in Iran-Flugzeugen nach Waffen für Syrien

Dubai/Beirut (Reuters) - Der Irak will mit Flugzeugkontrollen Waffenlieferungen aus dem Iran nach Syrien unterbinden.

Das zwischen den beiden Verbündeten Iran und Syrien liegende Land kommt damit einer Forderung der USA nach. Der irakische Außenminister Hoschijar Sebari sagte am Wochenende der in London erscheinenden Zeitung “Al-Hayat”, iranische Maschinen im irakischen Luftraum mit Ziel Syrien sollten stichprobenartig zur Landung aufgefordert und durchsucht werden. Die USA hätten am Rande der jüngsten UN-Vollversammlung Befürchtungen geäußert, dass der Iran über diese Kanäle Waffen an die Regierung von Präsident Baschar Al-Assad liefere. Bei dem dort seit 18 Monaten andauernden Konflikt sind der Opposition zufolge mehr als 30.000 Menschen getötet worden.

Der irakische Außenminister sagte in dem Interview weiter, er habe seine US-Kollegin Hillary Clinton über die geplanten Flugzeugkontrollen informiert. Der Irak habe stets betont, keine Waffenlieferungen über sein Staatsgebiet nach Syrien zu dulden. So habe der Iran zunächst Flüge über Syrien eingestellt, nachdem der Irak dies gefordert hatte. Ende Juli habe der Iran diese Verbindungen aber wieder aufgenommen und zugesichert, dass die Maschinen nur Pilger, Besucher und andere Reisende beförderten. “Aber um die Ladung zu überprüfen, werden wir die Flugzeuge zur Landung auffordern.” Die US-Regierung habe dem Irak bisher keine konkreten Geheimdienstinformationen geliefert, dass in den Flugzeugen Waffen transportiert würden.

Der Irak folgt mit den Stichproben dem Syrien-Kurs der USA in einem Konflikt, in dem die Regierung in Bagdad aufgrund der Konstellation zwischen Schiiten und Sunniten in der Region vor einer besonderen Herausforderung steht: Der syrische Präsident Assad gehört einem Zweig des schiitischen Islam an, und auch der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki ist Schiit. Maliki hat sich gegen die Forderung sunnitischer Golfstaaten gestellt, dass Assad zur Beendigung des Konflikts zurücktreten muss. Die schiitische Großmacht der Region ist der Iran, der Erzfeind der USA. Auf internationaler Ebene kommen die Bemühungen um einen Frieden in Syrien kaum voran.

Bei den anhaltenden Kämpfen zwischen Aufständischen und Soldaten in Aleppo brach nach Angaben der Rebellen am Freitagabend ein Feuer im historischen Markt der syrischen Metropole aus. Im Basar von Suk al-Madina seien bislang schätzungsweise 700 bis 1000 Geschäfte durch die Flammen zerstört worden, hieß es am Samstag. Der Markt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Die Rebellen hatten am Donnerstag eine Offensive in der Stadt angekündigt. Offenbar hat zunächst keine der beiden Seiten die Oberhand gewonnen. Die Angaben aus Syrien lassen sich aber kaum überprüfen, weil die Regierung den Zugang von ausländischen Journalisten einschränkt.

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