June 19, 2013 / 3:18 PM / 6 years ago

Obama und Merkel fordern ein Syrien ohne Assad

A man walks past graffiti on a wall along a street in the Bab al-Nasr neighborhood of Aleppo June 17, 2013. REUTERS/Muzaffar Salman

Berlin/Beirut (Reuters) - US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel halten ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien nur ohne Machthaber Baschar al-Assad für möglich.

Assads Zeit sei abgelaufen, betonten Obama und Merkel am Mittwoch in Berlin. Zugleich wies der US-Präsident Befürchtungen als überzogen zurück, die USA könnten wegen geplanter Waffenlieferungen an die Rebellen in einen Krieg hineingezogen werden. Merkel bekräftigte, Deutschland werde die von Assad bedrängten Rebellen nicht mit Waffen beliefern. In Syrien nehmen die Aufständischen verstärkt die Nachschublinien der Assad-Truppen ins Visier. Aus der Assad-Hochburg Latakia am Mittelmeer wurde eine schwere Explosion gemeldet.

Assad habe sein Volk mit Chaos und Blutvergießen überzogen, sagte Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel. Der syrische Staatschef werde seine Legitimität daher nicht wiedergewinnen können. Alle G8-Staaten, einschließlich des mit Syrien verbündeten Russlands, stimmten in der Notwendigkeit überein, dass der Nahost-Staat eine mit allen Vollmachten ausgestattete Übergangsregierung brauche. Wegen des aus ihrer Sicht erwiesenen - von Russland allerdings bezweifelten - Giftgaseinsatzes wollen die USA die Rebellen mit Waffen beliefern. Das bedeute aber keineswegs einen Krieg gegen Syrien, versicherte Obama. “Wir wollen einen Krieg beenden.”

Rebellen griffen nach Angaben aus der Opposition die vom Mittelmeer über die Millionenmetropole Aleppo in die Türkei führende Schnellstraße an. Damit sollen die nach Aleppo vorrückenden Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten Hisbollah-Kämpfer aus dem Libanon vom Nachschub abgeschnitten werden. Regierungsgegner meldeten die Eroberung eines beziehungsweise dreier Kontrollpunkte auf der Straße. Sollte sie drei weitere Posten einrichten können, sei der Armee der Zugang zur M5 und damit zur größten syrischen Stadt Aleppo versperrt. Die Regierung habe mit Artillerie- und Luftangriffen auf die Fernstraße und die umliegenden Ortschaften reagiert. Aleppo ist die größte syrische Stadt und wird überwiegend von den Rebellen kontrolliert.

Die syrische Hafenstadt und Präsidenten-Hochburg Latakia wurde von einer schweren Explosion in einem Militärstützpunkt erschüttert. Das staatliche Fernsehen führte die Detonation auf einen technischen Defekt in einem Waffenlager der Pioniertruppen zurück. Sechs Menschen seien verletzt worden. Die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von 13 zum Teil lebensgefährlich verletzten Soldaten.

Anschläge in der am Mittelmeer gelegenen Stadt hat es in der seit mehr als zwei Jahren andauernden Volkserhebung gegen Präsident Baschar al-Assad bislang äußerst selten gegeben. In Latakia leben viele Alawiten, zu denen auch der Staatschef gehört.

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