March 25, 2018 / 1:32 PM / 6 months ago

Rebellen-Exodus aus Ost-Ghuta - Stadt Duma letzte Bastion

Moskau/Beirut (Reuters) - Nach wochenlangen Angriffen syrischer Streitkräfte auf Ost-Ghuta verlassen immer mehr Menschen die Rebellen-Enklave bei Damaskus.

Rebel fighters gather and pray before they leave, at the city limits of Harasta, in the eastern Damascus suburb of Ghouta, Syria March 22, 2018. REUTERS/Omar Sanadiki

Am Wochenende wurden weitere Kämpfer aus der Region in den Nordwesten des Landes gebracht. Mit ihrer Kapitulation in einer Reihe von Ortschaften in Ost-Ghuta ist dort nur noch die Stadt Duma in der Hand von Aufständischen. Damit bekommt Präsident Baschar al-Assad eine Region wieder unter Kontrolle, die sich gleich zu Beginn des Syrien-Konflikts 2011 dem Aufstand gegen ihn angeschlossen hatte. Wie in vielen entscheidenden Kämpfen des Bürgerkriegs wurden Assads Truppen auch bei den besonders schweren Luftangriffen auf die Enklave vom Verbündeten Russland unterstützt. Nach Angaben aus Moskau haben inzwischen über 105.000 Menschen Ost-Ghuta verlassen.

Busse mit Rebellen und ihre Familien sowie anderen Zivilisten an Bord brachen am Samstagabend in Richtung Exil auf. Bereits am Freitag hatten Tausende Aufständische der Stadt Harasta den Rücken gekehrt. Auch sie hatten ihre Stellungen aufgegeben und konnten im Gegenzug mit leichten Waffen im Gepäck abziehen. Die Oppositionellen werden mit ihren Angehörigen in die Provinz Idlib im Nordwesten des Landes gebracht, wo die syrische und russische Luftwaffe die Bombardements in den vergangenen Wochen aber ebenfalls verstärkt hatten. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet. Die Offensive in Ost-Ghuta kostete laut der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 1600 Menschen das Leben.

Seit Beginn der schweren Angriffe auf Ost-Ghuta vor einem Monat haben nach russischem Angaben mehr als 105.000 Menschen die ländlich geprägte Region verlassen. Allein am Samstag seien 700 weitere Personen geflüchtet, meldete die Nachrichtenagentur Ria unter Berufung auf das Moskauer Verteidigungsministerium. Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine täglichen Kampfpause von fünf Stunden angeordnet, um Zivilisten die Flucht aus der Enklave zu ermöglichen. Syrischen Rebellen und Staatsmedien zufolge sollten sich am Wochenende rund 7000 Menschen auf den Weg machen. In der ehemaligen Hochburg der Aufständischen lebten einst 400.000 Menschen.

Im Norden Syriens brachten unterdessen türkische Truppen und mit ihnen verbündete Milizen nach eigenen Angaben die kurdische Region Afrin vollständig unter ihre Kontrolle. Aus Armeekreisen verlautete, dass auch die letzten Dörfer besetzt worden seien. Am vergangenen Wochenende hatten türkische Einheiten zusammen mit verbündeten arabischen Milizen die Hauptstadt Afrin der gleichnamigen Region in Syrien eingenommen. Die Türkei zielt mit ihrer Offensive auf die Kurdenmiliz YPG, die sie als verlängerten Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet. Die Regierung in Ankara will mit der Militäraktion verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet.

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