April 18, 2018 / 1:17 PM / 3 months ago

OPCW verschiebt nach Schüssen auf UN-Team Inspektion in Duma

Beirut/Den Haag (Reuters) - Nach Schüssen auf UN-Mitarbeiter haben die internationalen Chemiewaffen-Experten ihren Einsatz in Syrien erneut verschoben.

The United Nation vehicles carrying the Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) inspectors is seen in Damascus, Syria April 18, 2018. REUTERS/ Ali Hashisho

Der Direktor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmet Üzümcü, erklärte am Mittwoch, eine von zwei Gruppen der UN-Sicherheitsabteilung UNDSS seien bei einem Erkundungsbesuch in der ehemaligen Rebellenhochburg Duma beschossen worden. Zudem sei ein Sprengsatz gezündet worden. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte von Insidern von dem Vorfall erfahren. Der Westen wirft Syrien vor, am 7. April in Duma Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Die OPCW soll mit Hilfe von Interviews, Bluttests und Bodenproben vor Ort nach Belegen suchen. Der Urheber soll dabei allerdings nicht ermittelt werden.

Die syrische Regierung hatte angekündigt, die OPCW werde am Mittwoch ihre Arbeit aufnehmen, sollten die UN die Sicherheitslage als ausreichend einstufen. Der britische Vertreter bei der OPCW, Peter Wilson, erklärte nach dem Bekanntwerden des Vorfalls, es sei unklar, wann die Inspektoren nach Duma gelangen könnten. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten am Samstag als Vergeltung für den mutmaßlichen Angriff Ziele in Syrien bombardiert. Sie werfen den syrischen Behörden nun vor, die Ankunft der Inspektoren zu behindern. Möglicherweise würden Belege für den Angriff vernichtet. Syrien und der Verbündete Russland weisen die Vorwürfe zurück. Nach ihrer Darstellung fand kein Chemiewaffen-Angriff statt.

Die als Weißhelme bekannte private Hilfsorganisation in Syrien hat nach eigenen Angaben ihre Informationen über den mutmaßlichen Angriff inzwischen an die OPCW übergeben. “Dazu gehört die genaue Lage der Gräber”, erklärte der Chef der Gruppe, Raed Saleh, in einer Textbotschaft an die Nachrichtenagentur Reuters. Diese sei geheimgehalten worden, um eine etwaige Manipulation der Beweise zu verhindern. Die Leichen hätten angesichts des schweren Bombardements schnell begraben werden müssen. Auch für eine gründliche Identifizierung der Opfer sei keine Zeit gewesen. “Die Priorität bestand darin, die Toten so schnell wie möglich zu begraben”, erklärte Saleh weiter.

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