February 27, 2020 / 7:21 AM / a month ago

Kämpfe in syrischer Region Idlib - Treffen Erdogan/Putin fraglich

Tents housing internally displaced people in Atma camp in Idlib Governorate of Syria are seen on the Syrian side of the border zone near the Turkish village of Bukulmez in Hatay province, Turkey, February 24, 2020. REUTERS/Umit Bektas

Amman/Istanbul (Reuters) - In der umkämpften syrischen Region Idlib wird die Lage immer verworrener.

Von der benachbarten Türkei unterstützte Rebellen eroberten nach eigenen Angaben vom Donnerstag die strategisch wichtige Ortschaft Sarakeb von Regierungstruppen zurück. Für die syrische Armee, die von Russland und dem Iran unterstützt wird, wäre es der erste größere Rückschlag bei ihrer Offensive in Idlib. Russland dementierte dies aber. Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hätten den Angriff zurückgeschlagen, zitierten russische Agenturen Militärkreise.

Das russische Staatsfernsehen warf der türkischen Armee vor, ihre Militärexperten versuchten, russische und syrische Kampfjets in Idlib mit schultergestützten Raketen abzuschießen. Syrische und russische Flugzeuge stoppten die Rebellen immer wieder, berichtete der Sender Rossija 24. “Aber der Himmel über Idlib ist auch gefährlich. Die Rebellen und türkische Experten setzen tragbare Flugabwehrsysteme ein.”

Das russische Präsidialamt wies Erklärungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurück, er könnte sich mit Russlands Staatschef Wladimir Putin kommenden Mittwoch erneut treffen, um über die Lage in Idlib zu beraten. “Putin hat für den 5. März andere Pläne”, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow. Wegen der Kämpfe sind laut UN eine Million Menschen auf der Flucht.

Beobachtern zufolge brachten syrische Regierungstruppen zuletzt einen anderen Teil Idlibs unter ihre Kontrolle. Die Soldaten hätten in den vergangenen Tagen etwa 60 Ortschaften im Süden der Rebellenhochburg und in der Nachbar-Provinz Hama eingenommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. In Oppositionskreisen hieß es, es laufe eine Gegenoffensive.

Die Türkei verhandelt seit Wochen erfolglos mit Russland über ein Ende der Offensive syrischer Truppen gegen die letzte Rebellenbastion in Syrien. Die Türkei hat sich mit einigen Gruppen von Aufständischen verbündet und Tausende eigene Soldaten in das Nachbarland verlegt. Gelingt keine Einigung, droht eine neue Flüchtlingswelle. Erdogan hat wiederholt erklärt, sein Land könne über die 3,6 Millionen bereits in der Türkei lebenden Syrer hinaus keine weiteren Menschen mehr aufnehmen. Zudem wirft er Russland vor, die humanitäre Krise in der Region zu ignorieren.

Am Mittwoch hatte Erdogan angekündigt, syrische Truppen in Idlib in den kommenden Tagen anzugreifen. Russland, die Türkei und der Iran hatten 2017 eine Deeskalationszone in der Region vereinbart. Das türkische Militär errichtete dort Beobachtungsposten. Inzwischen liegen mehrere Posten hinter der Frontlinie auf dem von syrischen Soldaten eroberten Gebiet. Die Lufthoheit dort hat die russische Luftwaffe.

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