September 20, 2012 / 1:32 PM / 7 years ago

Bericht - Iran fliegt tonnenweise Waffen nach Syrien

New York/Bagdad (Reuters) - Der Iran unterstützt Syrien einem Geheimdienstbericht zufolge in großem Umfang mit Waffen und Soldaten beim Versuch, den Volksaufstand niederzuschlagen.

Dem Bericht eines westlichen Staates zufolge, der Reuters vorliegt, finden die Transporte auf dem Luftweg in zivilen Flugzeugen über den Irak statt. Beinahe täglich würden Dutzende Tonnen Waffen und zahlreiche Angehörige der Revolutionsgarden nach Syrien geflogen, heißt es. Bewaffnet würden sowohl die syrischen Regierungstruppen wie auch regimetreue Milizen. Auch auf dem Landweg über den Irak würden Lastwagen große Mengen Waffen und Munition nach Syrien bringen.

Die Islamische Republik ist einer der wenigen und zugleich wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad, der seit eineinhalb Jahren einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen versucht. Der Westen und syrische Oppositionsgruppen haben dem Iran vorgeworfen, die syrische Armee mit Waffen und Expertise zu versorgen und militärisch im Land präsent zu sein. Der Iran hat dies in der Vergangenheit zurückgewiesen, jüngst jedoch eine aktivere Rolle im Syrien-Konflikt eingeräumt als bislang bekannt.

Auch der Irak wies die Anschuldigungen zurück. “Der Irak hat bestätigt, niemals über den Luft- oder Landweg Lieferungen nach Syrien zu unterstützen”, sagte ein Sprecher der irakischen Regierung. Dem Geheimdienstbericht zufolge gibt es zwischen ranghohen iranischen und irakischen Vertretern dagegen ein Abkommen, das den systematischen Waffentransport ermöglicht.

Die Vorwürfe sind nicht neu. Doch der Bericht enthüllt ein bislang nicht vermutetes Ausmaß an Lieferungen nach Syrien aus dem Iran mit Duldung oder Mithilfe des Irak. US-Senator John Kerry hatte erst am Mittwoch damit gedroht, die USA könnten ihre Unterstützungszahlungen an die irakische Regierung überprüfen.

RAZZIA BEI DAMASKUS

Der Irak steckt in gewisser Weise diplomatisch und politisch in der Zwickmühle. Die mehrheitlich schiitische Regierung in Bagdad hat sich Forderungen nach einem Rücktritt des syrischen Präsidenten nicht angeschlossen. Eine möglicherweise sunnitische Führung in Syrien nach einem Sturz von Assad könnte im benachbarten Irak zu Problemen führen und das mühsam austarierte Gleichgewicht von Sunniten und Schiiten stören.

Auch Weißrussland steht in der Kritik. Das Land soll nach Einschätzung der USA versucht haben, Waffen an Syrien zu verkaufen. Damit hätte das Land eine UN-Resolution verletzt. Die USA verhängten deswegen Sanktionen gegen Weißrussland. Ein Sprecher des Außenministeriums wies die Anschuldigungen zurück: Sein Land halte sich immer an die Resolutionen der Vereinten Nationen (UN). Die frühere Sowjetrepublik hat sich unter dem autokratisch regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko in der Vergangenheit außenpolitisch stets an die Seite Russlands gestellt. Russland gilt als enger Verbündeter Syriens.

In einem südlichen Viertel der syrischen Hauptstadt Damaskus setzten die Regierungstruppen unterdessen ihren Vormarsch fort. Bei einer Razzia im Bezirk Jarmuk, der als Rebellenhochburg gilt, nahmen sie am Donnerstag nach staatlichen Medienberichten mehr als 100 Menschen fest. Nach Angaben von Oppositionellen wurden dabei auch mehrere Menschen getötet. “Wir sind hier eingeschlossen”, teilte ein Oppositioneller Reuters via Skype mit. Nur Ältere und Kinder hätten die Soldaten gehen lassen. “Ich werde festgenommen oder erschossen”, schrieb er. In dem Konflikt sind mittlerweile schätzungsweise mehr als 27.000 Menschen ums Leben gekommen.

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