December 27, 2017 / 1:03 PM / 4 months ago

Lawrow - Kampf gegen den IS größtenteils vorüber

Moskau (Reuters) - Der Krieg gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien ist nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow größtenteils vorbei.

Russian Foreign Minister Sergei Lavrov speaks during a news conference following the talks with British Foreign Secretary Boris Johnson in Moscow, Russia December 22, 2017. REUTERS/Maxim Shemetov

Die Nachrichtenagentur RIA zitierte Lawrow am Mittwoch mit den Worten, jetzt komme es darauf an, die Nusra-Front zu zerschlagen. Diese Gruppierung ging aus der Extremistenorganisation Al-Kaida hervor und kämpft in Syrien gegen Präsident Baschar al-Assad.

Der sogenannte IS hatte in Syrien und im benachbarten Irak ein Kalifat ausgerufen und ein streng islamisches Herrschaftssystem errichtet. Im Kampf gegen den IS waren sich fast alle Akteure in Syrien und dem Irak einig. Die syrische Regierung wurde dabei von Russland, dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz militärisch unterstützt. In Irak kämpften Regierungstruppen und kurdische Verbände mit Unterstützung einer von den USA angeführten Militärkoalition gegen den IS. Beide Staaten teilten kürzlich mit, der IS sei weitgehend zerschlagen. Die USA erklärten am Mittwoch, in den Gebieten Syriens und Irak, in denen sie mit ihren Verbündeten gegen den IS vorgingen, seien weniger als 1000 IS-Kämpfer übrig geblieben.

Mit der Zerschlagung des IS sind aber auch die Differenzen zwischen den beteiligten Seiten wieder offen ausgebrochen. Russlands Armeechef, General Waleri Gerassimow, warf den USA vor, in Stützpunkten auf syrischem Gebiet ehemalige IS-Kämpfer auszubilden, um das Land zu destabilisieren. Der US-Stützpunkt bei Tanf an der Grenze zum Irak sei illegal. Dort könnten sich Extremisten ungehindert bewegen, sagte der General der Zeitung “Komsomolskaja Prawda”. Nach Darstellung der USA handelt es sich um einen temporären Stützpunkt, auf dem Kämpfer gegen den IS trainiert werden. Nach Gerassimows Worten hielten sich auf dem Stützpunkt viele Kämpfer und ehemalige IS-Angehörige auf. Sie würden jetzt unter anderen Namen wie “Neue Syrische Armee” auftreten. Ihre Aufgabe sei es, die Lage in Syrien zu destabilisieren.

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