May 4, 2013 / 10:35 AM / in 7 years

Israel greift Waffenlieferung für Hisbollah in Syrien an

An Israeli air force F-15 fighter jet flies during an exhibition as part of a pilot graduation ceremony at the Hatzerim air base, southern Israel June 25, 2009. REUTERS/Amir Cohen

Washington/Beirut (Reuters) - Israel hat offenbar zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Luftangriff auf Ziele in Syrien geflogen, um Waffenlieferungen an die Hisbollah-Miliz im Libanon zu unterbinden.

Ein Transport von Raketen an die israelfeindlichen Islamisten in das an Syrien und Israel angrenzende Land sollte verhindert werden, wie ein Vertreter der Regierung in Jerusalem, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Samstag sagte. Er bestätigte damit Informationen aus Sicherheitskreisen im Nahen Osten. Offiziell äußerte sich die Regierung nicht dazu. Sie hatte aber wiederholt erklärt, sie werde mit aller Macht verhindern, dass Waffen oder Giftgas aus dem Arsenal des syrischen Militärs in die Hände islamistischer Rebellen oder der Hisbollah gelangten.

Bereits im Januar hatte Israel Diplomaten und Sicherheitskreisen zufolge aus dem gleichen Grund einen ähnlichen Luftangriff geflogen. Dies hatte Sorgen vor einer Ausbreitung des seit mehr als zwei Jahren andauernden Bürgerkriegs in Syrien auf andere Länder der Region geschürt. Libanons Außenminister Adnan Monsour warnte auch jetzt vor einer Eskalation. “Solche Angriffe führen nur zu größeren Spannungen”, sagte er. Israel werde dadurch weder den Frieden noch die Sicherheit erlangen, die es wünsche, sondern könnte damit die Region in eine größere Unsicherheit zu stürzen.

Die Hisbollah hatte 2006 mehr als einen Monat lang Krieg gegen Israel geführt. Sie wird von Israels Erzfeind Iran unterstützt. Israel befürchtet zudem, dass Al-Kaida nahestehende Islamisten unter den syrischen Rebellen nach einem Sieg über die Regierung von Präsident Baschar al-Assad ihre Waffen gegen den jüdischen Staat richten könnten.

Der Einsatz der Kampfflugzeuge am Freitag sei vom israelischen Sicherheitskabinett auf einer geheimen Sitzung gebilligt worden, hieß es in den Regierungskreisen. Nach Angaben der syrischen Rebellen zielte der Luftangriff auf einen Fahrzeug-Konvoi, der Raketen an die Hisbollah im Libanon liefern sollte. Ein US-Regierungsvertreter sprach von einem Angriff auf ein Gebäude. Syrische Chemiewaffen sollen den Sicherheitskreisen zufolge aber nicht das Ziel gewesen sein. Diese seien weiterhin unter der Kontrolle der syrischen Armee, und die Hisbollah habe auch kein Interesse an ihnen, sagte ein Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums.

Der Ort des Angriffs blieb zunächst unklar. Allerdings sind die Kampfflugzeuge den Sicherheitskreisen zufolge nicht in den syrischen Luftraum eingedrungen. Die israelische Luftwaffe verfügt über Luft-Boden-Raketen und steuerbare Bomben, die nach dem Abschuss oder Abwurf Dutzende Kilometer horizontal fliegen können. Damit könnte Israel vom eigenen Territorium oder aus dem libanesischen Luftraum heraus Ziele in Syrien angreifen.

Die libanesische Regierung hatte am Donnerstag und Freitag eine verstärkte Aktivität der israelischen Luftwaffe über libanesischem Gebiet ausgemacht. Die Sicherheitsbehörden gingen davon aus, dass es sich um Aufklärungsflüge wegen möglicher Waffenlieferungen von Syrien an die Hisbollah gehandelt habe. Israel hatte im Sechs-Tage-Krieg 1967 die syrischen Golanhöhen erobert und später annektiert. Obwohl beide Seiten noch keinen Friedensvertrag geschlossen haben, blieb es in dem umstrittenen Grenzgebiet in den vergangenen Jahren relativ ruhig. Israel befürchtet aber nun, dass sich Extremisten wie die von seinem Erzfeind Iran unterstützte Hisbollah das Machtvakuum in Syrien zunutze machen und neue Angriffe starten könnten.

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