June 28, 2018 / 10:12 AM / 3 months ago

Kämpfe im Südwesten Syriens halten an - Dutzende Tote

Beirut (Reuters) - Im Südwesten Syriens halten die Kämpfe der Regierungstruppen gegen die Rebellen an.

Smoke rises from the southeast part of Deraa, Syria in this handout released on June 27, 2018. SANA/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE

Die Armee versuche, einen Keil in das von Aufständischen gehaltene Gebiet zu treiben, sagte ein Rebellensprecher. Ziel sei es offenbar, das Gebiet westlich von Deraa von der Stadt und ihrem östlichen Umfeld abzuspalten.

Die Stadt Al-Harak, 30 Kilometer nordöstlich von Deraa, sei von den Regierungstruppen am Donnerstag eingenommen worden, teilte die mit ihnen verbündete Hisbollah mit.

Bei Luftangriffen am Mittwoch und Donnerstag sind nach Berichten der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 46 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Kinder. Die Angriffe hätten sich auf Rebellengebiete um die Stadt Deraa konzentriert. Seit dem 19. Juni zählten die Kriegsbeobachter in dem Kampfgebiet 93 getötete Zivilisten. Tausende Menschen sollen auf der Flucht sein.

Der Chef-Unterhändler der syrischen Rebellen, Nasr al Hariri, prangerte “das Schweigen der USA” zu den syrischen Angriffen an. Dahinter könne nur ein “hinterhältiger Deal” stecken, sagte er in Saudi-Arabien. Vor wenigen Tagen war ein Schreiben der US-Regierung an die Rebellen bekanntgeworden, in dem sie signalisierten, dass diese nicht länger mit militärischer Unterstützung durch Amerika rechnen könnten. “Sie sollten ihre Entscheidungen nicht auf Grundlage der Erwartung einer militärischen Intervention durch uns treffen”, hieß es in der Botschaft der US-Regierung an die Führung der Freien Syrischen Armee (FSA), die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte.

FRANKREICH KRITISIERT RUSSLAND WEGEN DER KÄMPFE

Die USA haben die FSA mit Waffenlieferungen im Wert von mehreren Millionen Dollar unterstützt und den Sold für Tausende Rebellen gezahlt. Die Hilfe lief über den Geheimdienst CIA. Präsident Donald Trump entschied im vergangenen Jahr, das Programm einzustellen.

Die Provinz Deraa an der Grenze zu Jordanien ist eine der letzten Regionen, die nach sieben Jahren Bürgerkrieg noch von Aufständischen kontrolliert werden. Das Gebiet grenzt auch an die von Israel annektierten Golanhöhen und ist damit für Israel von strategischer Bedeutung. Assad hat angekündigt, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

Frankreich forderte Russland am Donnerstag auf, seinen Verpflichtungen hinsichtlich der im vergangenen Jahr vereinbarten Deeskalationszone im Südwesten Syrien nachzukommen. Die Angriffe dort könnten zu einer Eskalation und einer Destabilisierung der Region führen, erklärte das Außenministerium in Paris. Am selben Tag sagte Russlands Präsident Wladimir Putin, sein Land habe in den vergangenen Tagen 1140 Soldaten, 13 Kampfflugzeuge und 14 Hubschrauber aus Syrien abgezogen.

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