September 7, 2012 / 4:07 PM / in 6 years

Anschläge und Bombardements erschüttern Damaskus

Beirut (Reuters) - In der syrischen Hauptstadt Damaskus eskaliert die Gewalt auf beiden Seiten:

Die syrische Armee bombardierte am Freitag ein überfülltes palästinensisches Flüchtlingslager in der Hauptstadt und tötete dabei Anwohnern zufolge mindestens zehn Menschen. In einem anderen Stadtteil kamen bei der Explosion einer an einem Motorrad befestigten Bombe vor einer Moschee dem staatlichen Fernsehen zufolge fünf Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben - offenbar handelte es sich um einen Anschlag der Rebellen. Zudem sei zwischen dem Informationsministerium und dem wichtigsten Gerichtsgebäude der Stadt eine Autobombe explodiert.

Das Flüchtlingscamp im Süden der Stadt wurde nach Angaben einer Anwohnerin von mindestens elf Raketen getroffen. Neben den Toten habe es dabei auch mindestens 15 Verletzte gegeben. Angesichts verbrannter Leichenteile sei es unklar, wie viele Menschen bei dem Angriff umgekommen seien, erklärte die Frau, die aus Angst um ihre Sicherheit nicht namentlich genannt werden wollte. Anwohner erklärten, die Armee habe das Lager wohl unter Beschuss genommen, weil dort möglicherweise Rebellen Zuflucht gesucht hätten. Die Palästinenser waren bislang gespalten, ob sie Assad unterstützen sollen oder nicht. Zuletzt mehrten sich jedoch die Anzeichen dafür, dass eine wachsende Zahl auf Seiten der Rebellen steht.

Das staatliche Fernsehen machte “Terroristen” für den Anschlag vor der Moschee verantwortlich. Die Oppositionsgruppe “Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte” erklärte, der Anschlag habe sich gegen eine Patrouille der Sicherheitskräfte gerichtet. Neben den fünf Toten habe es sechs Verletzte gegeben.

Syriens Präsident Baschar al-Assad versucht seit eineinhalb Jahren einen gegen ihn gerichteten Aufstand mit Gewalt niederzuschlagen. Schätzungen zufolge kamen in den Kämpfen bislang rund 20.000 Menschen ums Leben, Hunderttausende sind geflohen. Die zumeist nur mit leichten Waffen ausgerüsteten Rebellen haben ihren Kampf bis in die Hauptstadt Damaskus und die Wirtschaftsmetropole Aleppo getragen. Die Armee setzt Panzer sowie Kampfflugzeuge und -hubschrauber gegen sie ein. Internationale Organisationen haben beiden Seiten vorgeworfen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. So griffen die Militärs anscheinend gezielt Zivilisten an. Die Rebellen hätten Gefangene gefoltert und hingerichtet.

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