February 28, 2018 / 9:55 AM / 9 months ago

Syriens Armee rückt trotz Waffenruhe auf Ost-Ghuta vor

A man is seen in the besieged town of Douma in Eastern Ghouta in Damascus, Syria, February 27, 2018. REUTERS/ Bassam Khabieh TPX IMAGES OF THE DAY

Beirut/Genf (Reuters) - Trotz russischer Pläne für eine Waffenruhe rücken syrische Bodentruppen auf die von Rebellen gehaltene Region Ost-Ghuta bei Damaskus vor.

Die loyal zu Präsident Baschar al-Assad stehenden Soldaten versuchten, Boden gutzumachen, berichteten Insider auf beiden Seiten und die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Russland, neben dem Iran wichtigster Verbündeter Assads, hat für Ost-Ghuta eine tägliche Feuerpause von fünf Stunden und einen “humanitären Korridor” angekündigt. Die Regierungen in Moskau und Damaskus warfen den Rebellen vor, den Korridor zu beschießen. Auch am Mittwoch seien deshalb keine Zivilisten aus Ost-Ghuta herausgekommen, meldete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das russische Militär. Die Rebellen bestritten das und erklärten, die Menschen hätten Angst vor Assad und harrten deshalb in Ost-Ghuta aus.

Die Angriffe der syrischen Truppen richteten sich gegen die Region Hausch al-Dawahra am östlichen Rand des von den Rebellen gehaltenen Gebietes. Die Beobachtungsstelle teilte mit, die Soldaten rückten immer weiter vor. Die Rebellen hätten große Verluste erlitten. Eine offizielle Bestätigung durch die syrische Armee gab es zunächst nicht. Ein Vertreter der Rebellen vor Ort sagte, die Kämpfe gingen “hin und her”. Ein Kommandeur der Assad-Allianz teilte mit, eine Eliteeinheit der syrischen Armee sei beteiligt, die Fortschritte seien bislang aber gering.

FEUERPAUSE HÄLT NUR KURZ

Hunderte Menschen starben in der seit elf Tagen anhaltenden Bombardierung Ost-Ghutas, wo rund 400.000 Menschen seit Jahren eingeschlossen sind. Der UN-Sicherheitsrat rief am Samstag zu einer landesweiten Waffenruhe für 30 Tage auf. Doch sie trat nicht in Kraft. Russland schlug stattdessen vor, dass die Waffen pro Tag fünf Stunden lang schweigen sollten. Während der Feuerpause sollen über einen Korridor Zivilisten und Kranke in Sicherheit und Nahrungsmittel sowie medizinische Hilfsgüter in das Gebiet gebracht werden. Am Dienstag, dem ersten Tag dieser Regelung, hielt die Feuerpause nur kurz. Das von islamistischen Rebellen kontrollierte Gebiet wurde schon vor Ablauf der Feuerpause wieder aus der Luft bombardiert. Russland zieht solche Aufständische nicht in die Feuerpause ein.

Lawrow sagte vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf, nur für “Terroristen” werde der Krieg immer schlimmer. Er warf den Rebellen in ihrer östlich der Hauptstadt Damaskus gelegenen Enklave vor, Russlands Bemühungen um die Evakuierung von Zivilisten und den Zugang von Hilfslieferungen zu torpedieren. Die “eingegrabenen Militanten” sollten den von seinem Land ausgewiesenen “humanitären Korridor” freigeben. Zugleich rief er die “sogenannte amerikanische Koalition” auf, in von ihr kontrollierten Gebieten denselben Zugang zu Hilfe zu gewähren wie Russland dies für Ost-Ghuta tue. Russland werde weiter die syrische Armee in ihrem Kampf der “totalen Vernichtung der terroristischen Bedrohung” unterstützen.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini rief die Außenminister von Russland, Iran und Türkei in einem Brief auf, die Waffenruhe einzuhalten und Zugang für Hilfsorganisationen zu erlauben. Mogherini drang auf die vom UN-Sicherheitsrat geforderte Waffenruhe von mindestens 30 Tagen am Stück. Die Regierungen der drei Länder forderte sie auf, alle nötigen Schritte zu unternehmen, damit die Kämpfe beendet und die Bevölkerung geschützt würden sowie Lebensmittel und Medikamente zu den Menschen gebracht werden könnten.

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