December 28, 2018 / 2:24 PM / 5 months ago

Zusammenstoß pro-türkischer Miliz mit syrischer Armee droht

- von Ellen Francis und Dahlia Nehme

FILE PHOTO: Syria Democratic Forces (SDF) fighters walk on the rubble of damaged shops and buildings in the city of Manbij, in Aleppo Governorate, Syria, August 10, 2016. REUTERS/Rodi Said/File Photo

Beirut (Reuters) - Angesichts eines drohenden Angriffs der türkischen Armee auf die syrische Kurdenmetropole Manbidsch ist die syrische Armee am Freitag in die Stadt eingerückt.

Die bislang von den USA unterstützte Kurdenmiliz YPG hatte Präsident Baschar al-Assad zuvor aufgefordert, Manbidsch vor türkischen Truppen und Milizen zu schützen. Kurz darauf erklärten von der Türkei unterstützte Rebellen, sie rückten zusammen mit türkischen Streitkräften auf Manbidsch vor, in “voller Bereitschaft, militärische Operationen zur Befreiung der Stadt zu starten”. Damit drohte ein Aufeinandertreffen mit der syrischen Armee.

Mit der YPG an der Spitze und mit Hilfe der USA vertrieben die Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) 2016 die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus Manbidsch im Norden Syriens. Die Stadt grenzt an das Gebiet, das von den türkisch unterstützten Milizen kontrolliert wird. In der Stadt hatten auch US-Truppen einen Stützpunkt, die den SDF im Kampf gegen den IS halfen.

Die Türkei betrachtet die YPG hingegen als terroristische Gruppierung und kündigte ihre Zerschlagung an. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am Freitag, die Türkei werde Manbidsch in Ruhe lassen, wenn die “terroristischen Organisationen” das Gebiet verlassen hätten.

TÜRKISCHE DROHUNG WURDE FÜR YPG-MILIZ ZUR REALEN GEFAHR

Für die YPG wurden die türkischen Drohungen zu einer realen Gefahr, als US-Präsident Donald Trump vor einer Woche den Abzug der US-Soldaten aus Syrien befahl und der Türkei damit freie Hand gegen die Kurden im Norden Syriens gab. Bereits am Montag hatte die von der Türkei unterstützte Rebellengruppe Nationale Armee ihre Präsenz im Raum Manbidsch verstärkt und angekündigt, die Milizen YPG aus der Stadt zu vertreiben.

Diese wandte sich daraufhin an Assad mit der Bitte um Schutz. Die Kämpfer der Miliz seien aus der Stadt abgezogen, um den IS bekämpfen, teilte die YPG mit. “So laden wir die syrische Regierung - zu der wir gehören - ein, Streitkräfte zu entsenden, um die Stellungen einzunehmen und Manbidsch angesichts der türkischen Gefahren zu schützen”, erklärte die YPG.

Die syrische Armee verkündete am Freitag, sie habe Manbidsch eingenommen. Die syrische Flagge sei in der Stadt gehisst worden. Die Armee garantiere die Sicherheit aller syrischen Bürger und aller anderen Personen in dem Gebiet. Die meist gut informierte Syrische Beobachtungsgruppe für Menschenrechte erklärte, die Armee habe Positionen zwischen der Stadt und der von der Türkei unterstützten Miliz bezogen.

Russland begrüßte den Einzug der syrischen Armee in Manbidsch. Dies sei eine positive Entwicklung, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes in Moskau.

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