March 27, 2018 / 4:42 PM / 4 months ago

Rebellen setzen Abzug aus Ost-Ghuta fort

Beirut (Reuters) - In der syrischen Rebellenenklave Ost-Ghuta haben Aufständische und Angehörige den Abzug aus ihrer einstigen Hochburg nahe der Hauptstadt Damaskus fortgesetzt.

A convoy of buses that carry rebels and their families waits at Harasta highway outside Jobar, in Damascus, Syria March 26, 2018. REUTERS/Omar Sanadiki

Rund 7000 Menschen seien in die Provinz Idlib im Norden des Landes gebracht worden, berichteten russische Medien am Dienstag. Die islamistische Gruppe Dschaisch al-Islam weigerte sich allerdings weiter, die Stadt Duma zu verlassen. Ein Sprecher kritisierte den mit russischen Unterhändlern vereinbarten Abzug als Zwangsumsiedlung. Die Gruppe wolle in dem Gebiet bleiben. Russland habe sich dazu bislang nicht geäußert. Für Mittwoch sei ein Treffen vorgesehen. Kriegsbeobachtern zufolge machten syrische Regierungstruppen rund um Duma mobil. Die Vereinten Nationen äußerten sich über das Schicksal von bis zu 80.000 Menschen besorgt, die in dem Ort eingeschlossen seien.

Nach einer Großoffensive der von Russland unterstützten syrischen Armee auf Ost-Ghuta haben seit Donnerstag immer mehr Rebellen ihre Waffen niedergelegt. Es ist die größte Niederlage der Aufständischen seit ihrer Niederlage 2016 in Aleppo. In den vergangenen drei Tagen hätten insgesamt 13.190 Rebellen Ost-Ghuta verlassen, meldete die russische Nachrichtenagentur Tass. Zehntausende weitere Menschen sind zudem im März in Gebiete geflohen, die von der syrischen Regierung kontrolliert werden.

Nach Angaben der UN-Nothilfekoordinierung OCHA haben 80.000 Menschen Ost-Ghuta hinter sich gelassen, seitdem die syrische Regierung die Oberhand in der Region bekam. Sie müssten in Sammelunterkünften ausharren, die sie erst nach einer eingängigen Überprüfung verlassen dürften. Das Rote Kreuz schlug Alarm: Insbesondere viele Kinder unter den Vertriebenen sind demnach extrem geschwächt, nachdem sie viele Kilometer barfuß oder in verschlissenen Schuhen zurücklegen mussten. Nun drohten ihnen wegen der Bedingungen in die Unterkünften Krankheiten wie Durchfall, Läuse oder Hautausschläge.

Der russische Präsident Wladimir Putin erörterte unterdessen nach Angaben des Präsidialamtes mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan Pläne für einen Syrien-Gipfel in Ankara. An dem Treffen in der kommenden Woche solle auch der Iran teilnehmen, der neben Russland der wichtigste Unterstützer des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ist.

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