March 1, 2018 / 9:31 AM / 7 months ago

UN schlagen Alarm - Lasst uns Menschen in Ost-Ghuta helfen

Genf (Reuters) - Die Vereinten Nationen pochen auf mehr Unterstützung bei ihren Hilfsbemühungen für die Menschen in Syrien.

Russian soldiers are seen with Syrian children at Wafideen camp in Damascus, Syria February 28, 2018. REUTERS/Omar Sanadiki

Die von Russland initiierte Feuerpause in Ost-Ghuta, die eine täglich fünfstündige Unterbrechung der Kämpfe vorsieht, reiche bei weitem nicht aus, beklagten der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura und sein Berater Jan Egeland am Donnerstag in Genf. Es sei in einem solchen Zeitfenster nicht möglich, Hilfsgüter in das Gebiet bei Damaskus zu liefern und gleichzeitig geordnet die Evakuierung von Patienten zu organisieren. Den Diplomaten aus 23 Staaten, die an der wöchentlichen Sitzung einer Task Force für humanitäre Angelegenheiten teilnahmen, hätten sie daher unverblümt gesagt: “Sie versagen dabei, uns zu helfen, Zivilisten in Syrien zu helfen.” In Ost-Ghuta werde das Völkerrecht nicht respektiert.

Egeland zufolge stehen 43 Lkws bereit, um nach Ost-Ghuta zu fahren, sobald eine Genehmigung vorliegt. Womöglich werde die Führung in Damaskus eine solche erteilen. Die 400.000 Menschen, die im von Regierungskräften belagerten Ost-Ghuta eingeschlossen seien, benötigten dringend lebensrettende Hilfsgüter. Dieses Jahr sei bislang nur ein Konvoi mit Gütern für gerade einmal 7200 Menschen in das Gebiet gelassen worden. Das sei Mitte Februar gewesen. Seit elf Tagen wird Ost-Ghuta jedoch verstärkt bombardiert, Hunderte Menschen sind getötet worden. Es ist eine der heftigsten Schlachten seit Beginn des Aufstands gegen den von Russland unterstützten syrischen Machthaber Baschar al-Assad vor sieben Jahren.

Auch in den vergangenen Tagen gab es offenbar heftige Angriffe. Die Vereinten Nationen verwiesen am Donnerstag auf Satellitenaufnahmen, auf denen in einem 62,5 Quadratkilometer großen Gebiet zahlreiche neu zerstörte Gebäude sowie Einschlagskrater zu sehen seien sollen. Der russische Generalmajor Wladimir Solotuchin wiederum warf Agenturberichten zufolge syrischen Rebellen in Ost-Ghuta vor, Menschen zu bedrohen, die das Gebiet verlassen wollten. Diese Drohungen seien ernst zu nehmen: Aufständische hätten vier Zivilisten in der Rebelen-Enklave während einer Demonstration getötet.

KONVOI MIT HILFE FÜR 50.000 MENSCHEN ERREICHT AFRIN

Im nordwestlichen Afrin, einem weiteren Brennpunkt im Syrien-Konflikt, kam unterdessen nach Angaben des Roten Kreuzes ein Hilfskonvoi mit Versorgungsgütern für 50.000 Menschen an. Die 29 Lkws brachten 430 Tonnen Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs, Trinkwasseraufbereitungs-Materialen und Medikamente in das schwer umkämpfte Gebiet, wie eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz mitteilte. Es sei das erste Mal in diesem Jahr, dass das IKRK und der Syrische Rote Halbmond von allen Kriegsparteien die notwendigen Sicherheitsgarantien erhalten hätten.

In Afrin geht die türkische Armee ohne Zustimmung der Regierung in Damaskus gegen die Kurdenmiliz YPG vor. Die YPG wiederum wird von den USA unterstützt. Es wird deshalb befürchtet, dass es zu einer Konfrontation zwischen den Nato-Partnern USA und Türkei kommen könnte.

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