March 20, 2018 / 10:37 AM / 8 months ago

Russland - Rebellen aus zwei Dritteln von Ost-Ghuta vertrieben

Syrian President Bashar al-Assad meets with Syrian army soldiers in eastern Ghouta. SANA/via REUTERS

Moskau/Genf (Reuters) - In der syrischen Enklave Ost-Ghuta sind die Rebellen nach russischen Angaben auf einen Bruchteil ihres ursprünglichen Territoriums zurückgedrängt.

Zwei Drittel des Gebietes nahe Damaskus seien “befreit von Terroristen”, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur RIA. Insgesamt seien bislang knapp 80.000 Menschen aus der Region in Sicherheit gebracht worden. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderte vollständigen Zugang zu den Zivilisten an den Bürgerkriegsbrennpunkten Ost-Ghuta und Afrin an der türkischen Grenze. Die Vereinten Nationen seien alarmiert über die weitere Verschärfung der humanitären Krise durch die heftigen Kämpfe an beiden Orten, sagte UNHCR-Sprecher Andrej Mahecic in Genf.

In den vergangenen Tagen seien allein aus Ost-Ghuta etwa 50.000 Menschen geflohen, sagte Mahecic. 104.000 Menschen seien wegen der türkischen Offensive in der Region um das nordsyrische Afrin auf der Flucht, weitere 10.000 Menschen warteten nahe der vorwiegend von Kurden bewohnten Stadt darauf, in von der Regierung kontrollierte Gebiete ausreisen zu können. “Diese Leute haben ihr Zuhause mit nichts verlassen, sie brauchen schlicht alles - von Kleidung bis zu einer Unterkunft”, erklärte der Sprecher.

Etwa 70 Prozent der Flüchtlinge aus Ost-Ghuta seien Frauen und Kinder, erklärte die Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Marixie Mercado. Viele von ihnen litten unter Durchfall und Atemwegserkrankungen, die tödlich enden könnten. Auch Krätze und Läusebefall kämen häufig vor. Nach Unicef-Schätzungen harrten noch etwa 100.000 Menschen im Distrikt Afrin aus.

Ost-Ghuta und Afrin sind derzeit die Brennpunkte im Bürgerkrieg in Syrien. Ost-Ghuta war eines der letzten größeren Gebiete, das die vorwiegend islamistischen Rebellen im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad noch unter Kontrolle hatten. In Afrin treibt die Türkei eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG voran. Am Wochenende erklärte Präsident Recep Tayyip Erdogan, seine Truppen hätten die Stadt eingenommen.

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