April 30, 2018 / 9:32 AM / 24 days ago

Raketenangriffe auf Militärstützpunkte in Syrien

Amman (Reuters) - In Syrien sind mehrere Militärstützpunkte in den Gebieten um Hama und Aleppo mit Raketen angegriffen worden.

Soldiers loyal to Syria's President Bashar al-Assad forces are deployed at al-Qadam area near Yarmouk Palestinian camp in Damascus,Syria April 29,2018.REUTERS/ Omar Sanadiki

Auch mehrere Stunden nach den Angriffen war unklar, wer die Raketen am Sonntagabend abfeuerte und was sie anrichteten. Es handele sich um eine neue feindliche Aggression, hieß es im Staatsfernsehen unter Berufung auf Armeekreise. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete einen Treffer in einem Raketenlager, bei dem 26 Menschen getötet worden seien, darunter Iraner. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasmin wies hingegen Berichte über Angriffe auf iranische Stützpunkte in Syrien und getötete iranische Soldaten zurück. Ein israelischer Militärsprecher wollte Berichte nicht kommentieren, dass die Angriffe von seinem Land ausgegangen seien, das in der Vergangenheit schon mehrfach Stützpunkte der vom Iran unterstützten Milizen in Syrien angegriffen hat.

Aus Kreisen der syrischen Opposition verlautete, einer der getroffenen Stützpunkte befinde sich nahe der Stadt Hama. Er gilt als Rekrutierungszentrum für vom Iran unterstützte schiitische Milizen, die auf der Seite der syrischen Regierungstruppen kämpfen. In Geheimdienstkreisen war die Rede von Raketenangriffen auf mehrere Kommandozentralen von Milizen. Reuters konnte die Angaben nicht überprüfen.

In dem Mehrfrontenkrieg in Syrien hat Israel bereits mehrfach Posten von Milizen angegriffen, die vom Iran unterstützt werden. Ziele waren insbesondere Waffenlieferungen der mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuletzt angekündigt, weiter “gegen den Iran in Syrien” vorzugehen. “Wir kommentieren keine ausländischen Berichte und haben zurzeit keine Informationen”, sagte der Sprecher des israelischen Militärs, Jonathan Conricus, zu den Angriffen vom Sonntag.

Iran steht immer stärker im Fokus auch der US-Politik in der Region. Am Sonntag hatte der neue Außenminister Mike Pompeo dem Iran nach einem Treffen mit Netanjahu “destabilisierende und bösartige Aktivitäten” in der Region vorgeworfen. US-Präsident Donald Trump droht damit, am 12. Mai aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran auszusteigen, an dem die Europäer festhalten wollen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wirft Iran vor, immer aggressiver in Kriegen wie in Syrien und dem Jemen vorzugehen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien setzen sich daher dafür ein, zur Ergänzung des Atomabkommens Verhandlungen mit dem Iran zu beginnen, in denen auch über dessen Raketenprogramm und die regionale Rolle der islamischen Republik gesprochen werden soll.

Das iranische Außenministerium warf unterdessen den USA und Saudi-Arabien vor, sie würden die Region destabilisieren wollen. Die iranische Präsenz in den Nachbarstaaten werde fortgesetzt, solange die betreffenden Regierungen dies wünschten, sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums am Montag.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below