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IS auch in ehemaliger syrischer Hochburg Rakka geschlagen
17. Oktober 2017 / 13:49 / in einem Monat

IS auch in ehemaliger syrischer Hochburg Rakka geschlagen

Rakka (Reuters) - Die radikalislamische IS-Miliz ist in ihrer einst wichtigsten syrischen Hochburg Rakka offenbar geschlagen.

Fighters of Syrian Democratic Forces raise a white flag on top of a building near the National Hospital where the Islamic State militants are holed up at the frontline in Raqqa, Syria October 16, 2017. REUTERS/Erik De Castro

Von den USA unterstützte kurdische und arabische Kämpfer hätten den Ort vollständig unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Die Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) erklärten, sie hätten mit dem Krankenhaus und dem Stadion die beiden letzten großen Bastionen des sogenannten Islamischen Staats (IS) in der Stadt eingenommen. Formell werde der Sieg erst verkündet, wenn alle Minen und IS-Widerstandsnester beseitigt seien, sagte ein SDF-Sprecher. Das werde bald abgeschlossen sein. Rakka galt als Hauptstadt des IS in Syrien. Zusammen mit Mossul im Irak bildete es eine der zentralen Achsen in dem vom IS ausgerufenen Kalifat. Aus Mossul wurden die Islamisten im Sommer vertrieben.

Kämpfer holten die schwarze Flagge des IS vom Dach des Krankenhauses. Es war die letzte IS-Fahne, die noch in der Stadt wehte. Im nahe gelegenen Stadion wurde die Flagge der kurdischen YPG-Miliz gehisst. Die YPG stellt die stärkste Einheit innerhalb der SDF, die den IS seit Juni in Rakka bekämpfte. Auf den Straßen feierten SDF-Kämpfer ihren Sieg. Schüsse waren nur noch vereinzelt zu hören.

Der IS hatte Rakka 2014 erobert. Von dort aus wurden auch zahlreiche Angriffe und Anschläge im Ausland geplant. Doch seit diesem Jahr befindet sich der IS auf dem Rückzug. In Syrien wurde die Miliz weitgehend in ein Gebiet am Euphrat und in die umliegende Wüste zurückgedrängt. Ihre letzte große Offensive gegen den IS starteten die SDF am Sonntag, nachdem eine Gruppe von syrischen Dschihadisten Rakka im Zuge eines mit Stammesältesten ausgehandelten Evakuierungsabkommens verlassen hatte. Zurückblieben bis zu 300 Islamisten, die die letzten IS-Stellungen in Rakka verteidigen wollten, darunter das Krankenhaus und das Stadion.

IS AUCH IN DEIR AL-SOR UNTER BESCHUSS

Während die von den USA unterstützte SDF-Offensive den IS von Norden aus zurückdrängte, kamen die Dschihadisten vom Süden her durch eine Offensive der von Russland, dem Iran und Schiiten-Milizen unterstützten syrischen Armee unter Druck. Am Dienstag erklärte eine Propaganda-Einheit der libanesischen Hisbollah-Miliz, die Armee sei mit Unterstützung der Hisbollah in die letzten vom IS gehaltenen Bezirke in der Provinz Deir al-Sor vorgestoßen. Die einzigen bewohnten Gegenden, die der IS in Syrien noch kontrolliert, sind die Städte und Dörfer der Provinz südlich der gleichnamigen Hauptstadt im Euphrat-Tal. Die IS-Gebiete waren in den vergangenen drei Jahren von Rakka aus verwaltet worden.

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