April 17, 2018 / 11:38 AM / in 3 days

Syrisches TV meldet Ankunft von Giftgas-Experten in Duma

Beirut/Amman (Reuters) - Nach mehrtägiger Verzögerung sind Experten der Chemiewaffen-Organisation OPCW nach einem Bericht des syrischen Staatsfernsehens am Dienstag in Duma eingetroffen.

A boy sits on a chair along a damaged street at the city of Douma in Damascus, Syria April 16, 2018. REUTERS/Ali Hashisho

Sie sollen dort Proben eines mutmaßlichen Giftgas-Angriffs sichern. Von westlicher Seite wurde die Ankunft der Experten, die für Mittwoch erwartet war, zunächst nicht bestätigt. Kurz vor dem Fernsehbericht äußerte sich Frankreich noch besorgt, dass Beweise für eine Giftgas-Attacke syrischer Einheiten gegen die Bevölkerung verschwinden könnten, wenn die Inspekteure nicht rasch ihre Untersuchungen in der einstigen Rebellen-Bastion aufnehmen könnten. Der mutmaßliche Einsatz hatte eine Vergeltungsaktion der USA gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien nach sich gezogen.

In der Nacht zum Dienstag löste ein angeblich falscher Alarm einen Einsatz der syrischen Raketenabwehr aus. Der Kommandeur einer regierungstreuen Militärallianz sagte der Nachrichtenagentur Reuters, anders als von staatlichen Medien berichtet habe es keinen neuen Angriff auf Syrien gegeben. Eine Fehlfunktion habe dazu geführt, dass Flugabwehrraketen abgefeuert worden seien. Der falsche Alarm sei durch einen “gemeinsamen elektronischen Angriff” der USA und Israels auf das syrische Radarsystem provoziert worden. Russische Experten untersuchten den Vorfall. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, das amerikanische Militär sei in dem Gebiet nicht aktiv. Ein israelischer Militärsprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Israel hat im Laufe des Syrien-Kriegs immer wieder Konvois und Armeestellungen angegriffen, die angeblich vom syrischen Verbündeten Iran unterstützte Milizen nutzen.

FRANKREICH: BEWEISE KÖNNTEN VERSCHWINDEN

Die syrische Führung und Russland bestreiten, dass C-Waffen in Duma eingesetzt wurden. Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) haben sich bereits seit Tagen darum bemüht, ihre Arbeit aufzunehmen.

Das französische Außenministerium äußerte die Sorge, dass keine Beweise für Giftgas mehr sichergestellt werden könnten, wenn die Experten in Duma einträfen. Bei dem mutmaßlichen Angriff wurden Hilfsorganisationen zufolge Dutzende Menschen getötet.

Unterdessen gingen die diplomatischen Bemühungen zur Entschärfung der Eskalation weiter. Kanzlerin Angela Merkel telefonierte mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sie stimmten nach deutschen Regierungsangaben überein, dass der politische Prozess zur Beilegung des Syrien-Konflikts in den Mittelpunkt gestellt werden muss. Aus dem Büro des türkischen Präsidenten Tayyip Recep Erdogan verlautete, Erdogan und sein iranischer Kollege Hassan Ruhani wollten sich weiter gemeinsam mit Russland um eine diplomatische Lösung bemühen.

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