September 3, 2018 / 9:43 AM / 21 days ago

Syriens Verbündete rechtfertigen erwartete Idlib-Offensive

Moskau (Reuters) - Vor der erwarteten Offensive des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gegen die Rebellen in Idlib bemühen sich seine Verbündeten Russland und Iran um eine Rechtfertigung.

Russian Foreign Minister Sergei Lavrov speaks during a joint news conference with Syrian Foreign Minister Walid al-Moualem following their talks in Moscow, Russia August 30, 2018. REUTERS/Maxim Shemetov

Die Lage in der von Aufständischen kontrollierten Provinz im Nordwesten könne nicht auf Dauer toleriert werden, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag der Nachrichtenagentur RIA zufolge. Die syrische Regierung habe “jedes Recht”, die Militanten zu vertreiben, sagte Lawrow vor Studenten in Moskau laut Interfax.

Ähnlich äußerte sich Lawrows iranischer Kollege Mohammad Dschawad Sarif. Idlib müsse von den Rebellen “gesäubert” werden, sagte Sarif zu Beginn seines Besuches in der syrischen Hauptstadt Damaskus der iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge. “Das syrische Territorium muss bewahrt werden.” Alle Vertriebenen sollten zurückkehren, alle Gruppen sollten gemeinsam mit dem Wiederaufbau beginnen. “Und die verbliebenen Terroristen in den restlichen Teilen von Idlib müssen beseitigt sowie die Region wieder unter die Kontrolle des syrischen Volkes gebracht werden.”

Nachdem die Regierungstruppen mit Hilfe des Irans und Russlands sowie der libanesischen Hisbollah-Miliz die Aufständischen weitgehend niedergerungen haben, ist Idlib die einzige Region, die noch teilweise unter Kontrolle der Rebellen ist. Dorthin hatten sich im Juli nach Vereinbarungen mit der syrischen Führung Rebellen aus Deraa im Südwesten zurückgezogen. Zuvor waren Aufständische aus anderen Gebieten Syriens im Zuge ähnlicher Vereinbarungen nach Idlib gebracht worden. Nun wird eine Offensive der Assad-Truppen auf die letzte Rebellen-Hochburg erwartet, die nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen bereits vorbereitet wird. Die Angriffe würden sich zunächst auf südliche und westliche Teile des Gebietes konzentrieren.

Die Vereinten Nationen befürchten eine neue Fluchtwelle. Etwa 2,5 Millionen Menschen könnten sich dann in Richtung Türkei in Sicherheit bringen. Papst Franziskus forderte am Wochenende alle Konfliktparteien auf, Menschenrechte zu achten und die Sicherheit der Zivilbevölkerung in Idlib zu wahren.

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