October 22, 2019 / 10:01 AM / a month ago

Erdogan droht mit Fortsetzung von Syrien-Offensive

U.S. Vice President Mike Pence (not pictured) meets with Turkish President Tayyip Erdogan at the Presidential Palace in Ankara, Turkey, October 17, 2019. REUTERS/Huseyin Aldemir

Ankara (Reuters) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht mit einer Fortsetzung seiner Militäroffensive im Norden Syriens, sollten die Kurden-Milizen sich bis zum Ablauf der Feuerpause an diesem Dienstagabend nicht vollständig zurückziehen.

Die kurdische YPG-Miliz setze ihren Abzug von der türkischen Grenze fort, sagte Erdogan. Es müssten aber alle YPG-Kämpfer das Gebiet verlassen, in dem die Türkei eine sogenannte Sicherheitszone einrichten will. Anderenfalls werde der Militäreinsatz wiederaufgenommen. “Und diesmal mit noch mehr Entschlossenheit”, sagte Erdogan.

Er hatte vergangene Woche nach einem Treffen mit US-Vizepräsident Mike Pence einer Feuerpause zugestimmt, die um 21.00 Uhr (MESZ) abläuft. Erdogan betonte, dass die USA den Abzug ihres langjährigen engen Verbündeten YPG versprochen hätten. Diese Zusage müsse eingehalten werden. Erdogan äußerte sich auf dem Flughafen von Ankara kurz vor seinem Abflug nach Russland, wo er in Sotschi mit Präsident Wladimir Putin über die Syrien-Krise sprechen will. Der Kreml erhofft sich nach Angaben eines Sprechers genauere Erkenntnisse über Erdogans Pläne für Nordsyrien. Russland ist der wichtigste militärische Verbündete der Führung in Damaskus, die sich gerade selbst darum bemüht, die letzten verbliebenen Rebellenhochburgen im Norden Syriens unter ihre Kontrolle zu bringen. In Syrien tobt seit mehr als acht Jahren ein Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad.

Die Türkei betrachtet die YPG als Terrorgruppe mit engen Verbündeten zu Kurden-Rebellen in der Türkei. Der Vorstoß auf die Kurden-Hochburgen in Syrien wurde ermöglicht durch den Anfang Oktober von US-Präsident Donald Trump überraschend angeordneten Abzug der USA aus dem Gebiet. Trump erntete dafür scharfe Kritik auch aus den eigenen Parteireihen. Ihm wird vorgeworfen, nicht nur die einst verbündete YPG im Stich zu lassen, sondern auch den Kampf gegen den radikalislamischen IS zu schwächen. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat vorgeschlagen, im Norden Syriens eine international kontrollierte Sicherheitszone unter Einbeziehung der Türkei und Russlands einzurichten.

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