February 9, 2018 / 10:09 AM / 3 months ago

Tote bei türkischen Luftangriffen auf Kurden in Syrien

Istanbul/Beirut (Reuters) - Türkische Kampfflugzeuge haben nach Angaben der Armee Stellungen der Kurdenmiliz YPG in Syrien angegriffen.

Smoke rises from the Syrian side as seen near the Oncupinar border gate on the Turkish-Syrian border in Kilis, Turkey, January 28, 2018. REUTERS/Murad Sezer - RC113015F620

Bei den Einsätzen in der Region Afrin seien Waffenlager, Bunker und Stellungen der Miliz zerstört worden, teilten die Streitkräfte am Freitag mit. Nach Erkenntnissen der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle wurden bei den Bombardements sieben YPG-Kämpfer und zwei Zivilisten getötet. Nach einem Bericht der Zeitung “Hürriyet” hatte die Türkei ihre Luftangriffe unterbrochen, nachdem ein russisches Kampfflugzeug am Samstag in der syrischen Provinz Idlib von Rebellen abgeschossen worden war. Die Türkei betrachtet die YPG als Schwesterorganisation der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und rückt seit Januar mit Luftangriffen und Bodentruppen gegen die Gruppe vor.

Der Kurden-Vertreterin Hevi Mustafa zufolge kamen bei der Offensive in Afrin bisher 160 Menschen ums Leben, darunter 26 Kinder. Rund 60.000 Menschen seien in die Flucht getrieben worden, sagte sie vor Journalisten. Dies habe eine Flüchtlingskrise ausgelöst, weil so viele Menschen in der Region nicht angemessen betreut werden könnten.

Die Türkei hatte mit ihrer Offensive in Afrin eine weitere Front in dem Syrien-Konflikt eröffnet. In dem seit fast acht Jahren andauernden Bürgerkrieg haben die Truppen von Präsident Baschar al-Assad mit Hilfe ihrer russischen und iranischen Verbündeten zwar klar die Oberhand gewonnen. Doch in den verbliebenen Rückzugsorten der Aufständischen kommt es immer wieder zu Kämpfen und Luftangriffen. So etwa östlich der Hauptstadt Damaskus, wo Assads Einheiten gegen Rebellen in der Enklave Ost-Ghuta kämpfen. Hier starben am Freitag bei Bombardements sechs Menschen. In den vergangenen vier Tagen wurden der Beobachtungsstelle zufolge dort 230 Menschen getötet. Auch in der Provinz Idlib wird weiter gekämpft, dort kamen zuletzt sieben Menschen ums Leben.

Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte Russlands Staatschef Wladimir Putin in einem Telefongespräch auf, seinen Einfluss auf Assad geltend zu machen und für ein Ende der Krisen in Ost-Ghuta und in Idlib zu sorgen. Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly verlangte eine Einstellung der Luftangriffe und die Einrichtung von Korridoren, um die Bevölkerung versorgen zu können. Östlich von Damaskus und in Idlib würden Zivilisten zu Zielen der Angriffe, sagte sie dem Sender France Inter.

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