August 16, 2011 / 1:44 PM / 8 years ago

Syrische Armee setzt Beschuss Latakias unvermindert fort

Rauch steigt am 14. August 2011 von der syrischen Küstenstadt Latakia auf. REUTERS/Handout

Damaskus (Reuters) - Die syrische Armee setzt ihre Angriffe auf die Hafenstadt Latakia mit unverminderter Härte fort und nimmt nun auch palästinensische Flüchtlinge ins Visier.

Panzer beschossen nach Berichten von Einwohnern am Dienstag zwei Armenviertel der am Mittelmeer gelegenen Stadt. Eine Oppositionsgruppe meldete den Tod von sechs weiteren Menschen. Damit kamen seit Beginn der Operation gegen Latakia am vorigen Wochenende 34 Zivilisten ums Leben. Zu den angegriffenen Vierteln gehörte auch ein palästinensisches Flüchtlingslager, aus dem Tausende Bewohner nach Angaben der Vereinten Nationen flohen. Ihr Aufenthaltsort sei nicht bekannt, und das biete Grund zur Sorge, sagte ein UN-Vertreter.

Die beiden Stadtteile seien zunächst mit schweren Maschinengewehren und Granaten beschossen worden, berichteten Einwohner. Später hätten Panzer das Feuer eröffnet. Vor Beginn des Angriffs hätten die Sicherheitskräfte die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser unterbrochen. Die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO warf Syrien wegen des Angriffs Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. PLO-Generalsekretär Jasser Abed Rabbo sagte, die Flüchtlinge hätten in Behelfsunterkünften gelebt, die keinen Schutz böten. Nach Angaben des für die Palästinenser zuständigen UN-Hilfswerks UNRWA wurden vier Flüchtlinge getötet und 17 verletzt.

Seit Beginn des Fastenmonats am 1. August kamen einer Oppositionsgruppe zufolge mindestens 260 Bewohner Latakias ums Leben. Unter ihnen seien 14 Frauen und zwei Kinder gewesen.

In ganz Syrien sind seit Ausbruch des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad Menschenrechts- und Oppositionsgruppen zufolge an die 2000 Zivilisten getötet worden. Die tatsächliche Zahl der Opfer sei wahrscheinlich noch höher, da aus der besonders hart getroffenen Stadt Hama nur vereinzelte Informationen kämen. In Hama hatte Assads Vater und Vorgänger 1982 einen Islamisten-Aufstand niedergeschlagen und rund 20.000 Menschen getötet.

Außer Latakia und Hama haben die Regierungstruppen auch Deir al-Sor im Osten des Landes und weitere Städte angegriffen. Bewohner von Deir al-Sor berichteten am Dienstag, die Menschen wollten sich dem Druck der Sicherheitskräfte nicht beugen. Die Demonstrationen gegen Assad gewönnen immer mehr an Zulauf. Die staatliche Nachrichtenagentur meldete, die Regierungstruppen hätten mit dem Abzug aus der Stadt begonnen.

Die Richtigkeit dieser Angaben kann nicht nachgeprüft werden. Die Regierung hat nach Beginn des Aufstandes alle ausländischen Journalisten ausgewiesen.

Assad macht unter anderem ausländische Kräfte für den Aufstand verantwortlich. Das türkische Außenministerium dementierte einen Bericht über die Einrichtung einer Pufferzone an der Grenze zu Syrien. Neben den USA und der EU hat auch die einst mit Syrien verbundene Türkei Assad zur Mäßigung aufgerufen und den Stopp von Militäraktionen im Grenzgebiet gefordert.

- von Khaled Yacoub Oweis -

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