August 17, 2012 / 2:17 PM / 6 years ago

Syrien droht humanitäre Katastrophe

A Syrian refugee girl stands in front of members of a French military field hospital during the visit of French Foreign Minister Laurent Fabius at the Al Zaatri refugee camp in the Jordanian city of Mafraq, near the border with Syria, August 16, 2012. Fabius began a three-day visit to countries neighbouring Syria on August 15, to meet with refugees fleeing from the war-torn country and push for a political solution to the 17-month-old conflict.REUTERS/Muhammad Hamed (JORDAN - Tags: POLITICS MILITARY)

Genf (Reuters) - Syrien steuert wegen der Kämpfe zwischen Rebellen und den Truppen von Präsident Baschar al-Assad auf eine humanitäre Katastrophe zu.

Über 170.000 syrische Flüchtlinge seien im angrenzenden Ausland registriert worden, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Freitag in Genf mit. Allein am Dienstag und Mittwoch seien 3500 Menschen aus der Umgebung der umkämpften Wirtschaftsmetropole Aleppo, Idlib und Latakia aus den nördlichen Landesteilen in die Türkei geflohen. Unterdessen würden Überlegungen für einen massiven Einsatz westlicher Bodentruppen bekannt, um chemische Waffen nach dem Fall Assads zu sichern.

“Die Zahl der in die Türkei geflüchteten Syrer ist stark gestiegen”, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards. Fast 65.000 Flüchtlinge lebten in neun Flüchtlingslagern in der Türkei. 40 Prozent davon hätten im August die Grenze überquert. In Jordanien seien in der Nacht zum Freitag rund 1000 Syrer angekommen. Dort hätten sich 47.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die Zustände seien teilweise desolat.

Auch in Syrien selbst sind immer mehr Menschen auf der Flucht. Rund 1,2 Millionen seien vertrieben worden, teilte die Organisation mit. Viele lebten in Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden. Nach UN-Schätzungen sind 2,5 Millionen Syrer auf Hilfe angewiesen. Zudem droht eine Epidemie. In der ländlichen Umgebung um Damaskus häufen sich die Durchfallerkrankungen. Aus einem dieser Gebiete wurden 103 Fälle gemeldet, davon 61 Kinder. Infektionen soll es auch in anderen Gebieten geben. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Ursache soll verschmutztes Leitungswasser sein.

DIPLOMATEN: BIS ZU 60.000 SOLDATEN ZUR WAFFENSICHERUNG

Die USA und ihre Verbündeten machen sich nach Angaben von Mitarbeitern der US-Regierung und von Diplomaten unterdessen Gedanken über die Sicherstellung von Chemiewaffen nach dem erwarteten Fall der Regierung Assads. Zwei Diplomaten sagten, nach Planspielen sollten bis zu 60.000 Soldaten am Boden eingesetzt werden, um Gasgranaten und andere chemische Waffen zu sichern. Die westlichen Staaten fürchten, die Waffen könnten in die Hände von Extremisten fallen und bei Attentaten gegen die Bevölkerung eingesetzt werden.

Den US-Regierungskreisen zufolge gibt es wohl Dutzende von Lagern für biologische und chemische Kampfstoffe. Es gilt als sicher, dass die syrische Armee über Nervengas wie Sarin verfügt. Sarin ist bereits in minimalen Dosen tödlich. Es löst eine Dauerreizung des Nervensystems aus.

- von Stephanie Nebehay

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